Wirtschaft : Deutsche Autos im Juli wieder sehr gefragt

Zahl der Neuzulassungen steigt nach Einbruch im Juni an/Export legt um sieben Prozent zu/IAA soll Nachfrage ankurbeln

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Frankfurt (Main) (hof/hz). Der deutsche Automobilmarkt hat im Juli nach einem kräftigen Einbruch im Vormonat wieder leicht zugelegt. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) übertrafen die Neuzulassungen mit rund 288000 Pkw und Kombi das Ergebnis des Vorjahres um zwei Prozent. Dies sei das höchste JuliErgebnis der vergangenen vier Jahre, berichtete der Branchenverband. Der VDA sieht erste Signale für eine Stabilisierung, will aber noch nicht von einer Trendwende sprechen.

Bislang rettet allein das ungebrochene Interesse der Ausländer an deutschen Fahrzeugen die Schlüsselindustrie der Bundesrepublik: Auch im Juli blieb die Nachfrage aus dem Ausland die wichtigste Stütze der Autokonjunktur. Der Export stieg um sieben Prozent auf 315700 Autos. Noch stärker zugelegt habe indes die Produktion: Hier sei ein Anstieg von 13 Prozent auf 445200 Fahrzeuge erzielt worden. „Von einer durchgreifenden Belebung kann derzeit jedoch noch nicht gesprochen werden“, teilte der VDA mit.

Auch auf dem westeuropäischen Automarkt scheint sich die Nachfrage zumindest zu stabilisieren. Um saisonale Einflüsse bereinigt, wurde im Juli das zweithöchste Ergebnis des laufenden Jahres erzielt, berichtet das britisch-amerikanische Marktforschungsunternehmen J.D.Power-LMC. Im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb die Zahl der Zulassungen in Westeuropa praktisch konstant, der Abstand zu 2002 schmolz nach sieben Monaten auf ein Minus von nur noch 2,5 Prozent. Nach Angaben der Marktforscher wurden in diesem Jahr bislang in Westeuropa 8,92 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen. Noch deutlicher als in Deutschland fiel dabei das Zulassungsplus in Italien mit 5,5 Prozent und in Spanien mit 6,5 Prozent aus. Dagegen ging die Nachfrage in Frankreich mit minus sechs Prozent und in Großbritannien mit minus 2,4 Prozent im Juli zurück.

Auf Basis des bisherigen Jahresverlaufs ergibt die Hochrechnung von J.D.Power-LMC für Deutschland eine Nachfrage von knapp 3,2 Millionen Fahrzeugen in diesem Jahr. Der VDA geht davon aus, dass 3,25 Millionen Pkw und Kombi neu zugelassen werden. Das wäre in etwa das Niveau von 2002. Nach den ersten sieben Monaten hatte der deutsche Automarkt noch ein leichtes Minus bei den Neuzulassungen von 0,4 Prozent verbucht.

Importeure optimistisch

Im Vergleich zum VDA gibt sich der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) bereits zuversichtlich, dass die Branche die Talsohle durchschritten hat. Die Rahmenbedingungen für die Verbraucher würden sich allmählich bessern und damit auch wieder zum Kauf von mehr Autos führen, sagte VDIK-Präsident Volker Lange. Entsprechend höher fällt die Prognose aus: Der VDIK erwartet für Deutschland ein Plus von 3,4 Prozent auf 3,35 Millionen Neuzulassungen.

„Der Konjunkturaufschwung in Deutschland wird durch die Autobranche eingeleitet“, glaubt auch der Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, Ferdinand Dudenhöffer. Bereits für das kommende Jahr sagt er einen Anstieg der Neuzulassungen auf 3,45 Millionen Fahrzeuge voraus, 2004 könnte die Automobilindustrie in Deutschland mit 3,7 Millionen Neuzulassungen sogar wieder an die Ergebnisse der Boomjahre 1998 und 1999 anknüpfen. Neue Impulse für die Autoindustrie soll vor allem die Internationale Automobilausstellung (IAA) im September in Frankfurt (Main) geben. Mit allein 73 Modellneuheiten hoffen die deutschen Anbieter darauf, der Nachfrage neue Impulse zu geben.

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