Wirtschaft : Deutsche Autos sind gefragt

Produktion und Export legen deutlich zu – Personalabbau bei Mercedes geht trotzdem zügig voran

Anselm Waldermann

Berlin - Die deutsche Automobilindustrie hat sich im bisherigen Verlauf des Jahres hervorragend entwickelt. In den ersten drei Monaten wurden hier zu Lande 1,4 Millionen Pkw gefertigt – das sind acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders gut verkauften sich deutsche Autos im Ausland: Der Export stieg im ersten Quartal um zwölf Prozent auf rund eine Million Fahrzeuge. „Die Autoindustrie ist erneut das Zugpferd der Konjunktur“, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk.

Nach dem Exportrekord im vergangenen Jahr hatte die Branche für dieses Jahr eigentlich mit einer Beruhigung des Wachstums gerechnet. Umso überraschender ist nun die positive Entwicklung. Gottschalk erhöhte daher die Exportprognose für 2006 von bisher 3,75 auf 3,8 Millionen Pkw. Im Inland hingegen sei die Branche „von einem Autofrühling noch ein gutes Stück entfernt“.

Immerhin: In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland knapp 800 000 Autos und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr neu zugelassen. Gegenüber den ausländischen Konkurrenten haben sich die deutschen Marken dabei mit einem Plus von sechs Prozent relativ gut geschlagen. Die japanischen Hersteller legten nur um zwei Prozent und die französischen sogar nur um ein Prozent zu.

Für den Arbeitsmarkt hat dies allerdings noch keine positiven Auswirkungen. Im Gegenteil: So berichtete die Mercedes Car Group am Donnerstag, dass sie bereits 90 Prozent ihres Ziels zum Personalabbau erreicht habe. Bis zum 31. März haben demnach 7800 Mitarbeiter Verträge über ihr Ausscheiden aus dem Unternehmen unterschrieben oder sind bereits ausgeschieden. 1800 Verträge davon entfallen auf Frühpensionierungen.

Insgesamt soll mit dem im Oktober 2005 gestarteten Programm die Personalkapazität der Mercedes Car Group in Deutschland um 8500 Stellen verringert werden. Das Unternehmen will damit seine Wettbewerbsfähigkeit stärken. Die Umsetzung des Personalabbaus bewege sich im vorgegebenen finanziellen Rahmen, erklärte der zuständige Vorstand von Daimler-Chrysler, Günther Fleig.

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