Wirtschaft : Deutsche BA sucht einen strategischen Partner

Fluggesellschaft will im laufenden Geschäftsjahr Gewinne machen

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München (nad). Nach einer langen Durststrecke will die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft dba (früher: Deutsche BA) im Herbst Gewinn machen. Um weiter wachsen zu können, sieht sich das Unternehmen nach einem strategischen Partner um. „Die dba ist bei der Sanierung sehr gut vorangekommen und ich bin optimistisch, dass wir bis zum Herbst die ersten profitablen Monate vorweisen können", sagte Firmeneigner Hans Rudolf Wöhrl am Donnerstagabend in München. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2003/04 (31. März) solle die Gesellschaft „mit einem ausgeglichenen Ergebnis dastehen".

Im Vorjahr war noch ein Verlust von 63 Millionen Euro angefallen, von dem rund 25 Millionen Euro auf die Zeit vor dem Ausstieg der ehemaligen Muttergesellschaft British Airways entfielen. In den zwölf Jahren seit ihrer Gründung hatte die Fluglinie noch nie schwarze Zahlen geschrieben. Der Textilunternehmer Wöhrl hatte British Airways die defizitäre Fluglinie im Sommer 2003 für einen symbolischen Euro abgekauft. Am Donnerstag wechselte er, wie bereits bei seinem Amtsantritt angekündigt, in den Aufsichtsrat und übergab den Vorsitz den langjährigen Mitarbeitern Martin Gauss und Peter Wojahn. Gauss leitete bisher den Flugbetrieb, Wojahn war TechnikChef der dba.

Die Sanierung der dba sieht Wöhrl auf gutem Weg. Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr seien 15 Millionen Euro für Restrukturierungen aufgewendet worden. Wöhrl zufolge konnte die dba ihre Kosten in den vergangenen neun Monaten um 40 Millionen Euro senken – vor allem durch den Abbau von 840 auf nun 660 Arbeitsplätzen. Zudem hatten die Mitarbeiter ein Jahr lang auf 20 Prozent ihres Gehalts verzichtet. „Ab Juli kehren wir wieder zu den alten Gehältern zurück", versicherte Wöhrl.

Nach der Konsolidierung im laufenden Geschäftsjahr will die dba nach Angaben des neuen Geschäftsführers Gauss dann „richtig Gas geben“. So soll die Flugzeugflotte von derzeit 14 geleasten Maschinen durch neue Flugzeuge ersetzt werden. Im Herbst sollen 16 Flugzeuge auf den acht Strecken der dba fliegen. Wöhrl will die Flugzeugflotte mittelfristig bis auf 24 Maschinen ausbauen. Als Partner interessant seien alle Fluggesellschaften, die nicht mit der Lufthansa verbunden sind und das innerdeutsche Streckennetz der dba als Zubringer nutzen könnten. Die dba ist die einzige deutsche Billigfluglinie, die ohne Partner arbeitet.

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