Wirtschaft : Deutsche Babcock hat Schieflage überwunden

OBERHAUSEN (rtr).Der Oberhausener Maschinen- und Anlagenbauer Deutsche Babcock AG hat seine Schieflage überwunden und erwirtschaftet wieder Gewinne.Bei einem Umsatz von rund 8,1 Mrd.DM sei im Geschäftsjahr 1997/98 (bis 30.September) nach einem Vorjahresverlust von 239 Mill.DM vor Steuerabzug ein Überschuß von 50 Mill.DM erzielt worden, teilte Konzernchef Klaus Lederer am Dienstag mit.In der neuen Geschäftsperiode soll der Vorsteuergewinn verdoppelt werden.Der Konzernumbau geht weiter.Das Unternehmen will sich in "Babcock Borsig AG" umbenennen.

Die Wende sei geschafft.Jetzt stehe die weitere Straffung des Konzerns an, sagte Lederer.Statt in den bisherigen sieben Geschäftsfeldern wolle Babcock künftig in den fünf Sparten Antriebstechnik, Maschinenbau, Kraftwerkstechnik, Energiesysteme und Gebäudetechnik tätig sein.Der Anlagenbau gehe in der Sparte Kraftwerkstechnik auf, der bisherige Bereich Industrieservice solle in ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem fremden Partner eingebracht werden.

Außer einer angestrebten Großallianz im Kraftwerksbau will Babcock Aktivitäten im Volumen von 1,5 Mrd.DM in Partnerunternehmen einbringen oder ganz veräußern.Als Verkaufskandidat stehen die Wassertechnik-Aktivitäten der WABAG im Volumen von 250 bis 300 Mill.DM ganz oben auf der Liste.Nach der Übernahme der Gummersbacher Firma Steinmüller, der das Kartellamt noch zustimmen muß, wird eine Kooperation mit einem der beiden führenden US-Unternehmen im Kraftwerksbau, Babcock Wilcox oder Foster Wheeler, angestrebt.Es gebe entsprechende Kontakte, sagte Lederer.Babcock wolle so von der Nummer drei oder vier der Weltrangliste zur Nummer eins oder zwei aufrücken.Lederer bezifferte des Umsatzes des Babcock-Kraftwerkbaus auf 3,5 bis vier Mrd.DM.

Babcock habe es geschafft, in allen Geschäftsbereichen wieder Gewinne zu erwirtschaften, sagte Lederer.Die an der Börse notierten Tochtergesellschaften Flender und Schumag hätten "ordentliche zweistellige" Gewinne gebracht, die im laufenden Jahr noch ausgebaut werden könnten.Insgesamt dürfte der Konzern 1997/98 nach Fremdanteilen und Steuern wie geplant ausgeglichen abschließen.In der laufenden Periode soll unter dem Strich ein Überschuß von mindestens 50 Mill.DM verbleiben.Der Konzern beschäftigte Ende September 27 800 Mitarbeiter.Ohne die Einbeziehung von Auslandsfirmen in die Konzernrechnung wäre die Mitarbeiterzahl um 1100 gesunken.Das Belegschaftsniveau soll in diesem Jahr gehalten werden.

Babcock hat die Verschuldung inzwischen deutlich reduziert, und die Eigenkapitalquote ist wieder positiv.Gegenüber der im Restrukturierungskonzept von 1996 vorgesehen Verschuldung von 1,2 Mrd.DM seien die Schulden um rund 30 Prozent geringer, teilte Finanzvorstand Fritz Kall mit.Lederer und Kall bekräftigten das Interesse an der Aufnahme neuen Kapitals."Wenn der Konzern seine Hausaufgaben gemacht hat, werden wir auch für den Kapitalmarkt wieder interessant", sagte der Finanzvorstand.

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