Wirtschaft : Deutsche Bahn AG: Durchsuchungen bei Bahn-Mitarbeitern - Ermittlungen wegen Bestechung

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Wegen des Verdachts auf Korruption und Bestechung in Milliardenhöhe bei der Deutschen Bahn haben Polizei und Staatsanwaltschaft mehrere Wohnungen von Mitarbeitern der Bahn in vier Bundesländern durchsucht. Dabei seien Geschäftsunterlagen, Verträge und Bankbelege sichergestellt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle, Klaus Wiechmann, am Freitag dem Tagesspiegel. Festnahmen habe es nicht gegeben.

Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit dem Mitte Juli bekannt gewordenen Verdacht, bei der Bahn-Projektgesellschaft PBDE habe es bereits seit Jahren einen regelrechten Bestechungsring gegeben. Ein leitender Mitarbeiter der PBDE soll demnach Baufirmen bei der Ausschreibung von Projekten gezielt über preiswerte technische Lösungen informiert haben, so dass diese einen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern hatten. Im Gegenzug soll er Schmiergelder in Höhe von drei Prozent der Auftragssumme kassiert haben. Bei den Projekten soll es nach Angaben der Bahn um jeweils zwei- bis dreistellige Millionenaufträge gegangen sein. Die Bahn hatte Mitte April Strafanzeige erstattet und der Staatsanwaltschaft Halle danach vorgeworfen, trotz "mehrfacher Nachfragen" untätig geblieben zu sein. Am Freitag hieß es, man werde die Staatsanwaltschaft bei allen Ermittlungen unterstützen. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, werde das beschlagnahmte Material gesichtet. Die Arbeit werde "einige Wochen" in Anspruch nehmen. Zu Festnahmen gebe es noch keinen Anlass. Zu dem 52-jährigen Hauptverdächtigen habe man Kontakt, Fluchtgefahr bestehe nicht.

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