Deutsche Bahn : Aufsichtsrat lässt Stühle wackeln

Der Druck auf die Bahn wächst, personelle Konsequenzen aus der Spitzelaffäre zu ziehen. Mehrere Vorstände sollen vor dem Weggang stehen.

Düsseldorf - Der Druck auf die Bahn wächst, personelle Konsequenzen aus der Spitzelaffäre zu ziehen. Deshalb bereitet der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube einen Umbau an der Spitze des Unternehmens vor. Nach Informationen des „Handelsblatts“ aus Aufsichtsratskreisen steht der Rückzug des Bahn-Vorstands Margret Suckale kurz bevor.

Zusätzlich sind nach Ansicht von Aufsichtsräten auch wichtige Manager der zweiten Reihe nicht länger zu halten. Insbesondere die Bereichsleiter Alexander Hedderich (Unternehmensstrategie), Jens Puls (Sicherheit) und Josef Bähr (Revision) sind durch Aussagen von Mitarbeitern belastet. Der Skandal lähmt den Konzern seit Monaten und hat bereits zum Rücktritt von Grubes Vorgänger Hartmut Mehdorn geführt.

Auch für Wolfgang Schaupensteiner läuft die Zeit ab. Der ehemalige Oberstaatsanwalt und renommierte Korruptionsbekämpfer, der als Chief Compliance Officer eigentlich Hauptakteur in der Aufarbeitung des Skandals sein müsste, ist seit Wochen nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. „Schaupensteiner ist der Erste, der gehen muss“, hieß es in den Kreisen. Die Bahn lehnte am Dienstag jeglichen Kommentar zu Personalien ab und verwies auf den Abschlussbericht der Sonderermittler in der Affäre, der in wenigen Tagen vorliegen soll.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn tagt in der kommenden Woche. Dann wird er über den Bericht der Prüfer von KPMG sowie einen weiteren Bericht des ehemaligen Bundesinnenministers Gerhart Baum und der ehemaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin debattieren. „Alles andere als ein personeller Neubeginn im Management wäre unglaubwürdig“, sagte ein Aufsichtsrat. Nach Informationen aus dem Kontrollgremium hat Personalvorstand Suckale Angebote zum Wechsel. Sie habe sich aber noch nicht entschieden.

Die Überwachungsaktionen der Deutschen Bahn liefen nach Angaben des Unternehmens seit dem Jahr 1999. Vier Abteilungen sollen nach vorläufigen Erkenntnissen damit befasst gewesen sein: Die für Recht, Personal, Sicherheit und Revision. HB

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