Wirtschaft : Deutsche Bahn: DB Cargo rechnet in diesem Jahr mit schlechterem Ergebnis

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Der im Vorjahr operativ in die Gewinnzone zurückgekehrte Güterverkehr der Deutsche Bahn AG muss dieses Jahr wieder mit einem rückläufigen Ergebnis rechnen. Grund dafür sei die Sanierungslast, die auch auf dieser Sparte liege, sagte der Vorstandschef der DB Cargo AG, Bernd Malmström, am Rande einer Transport-Fachmesse in München.

Das Betriebsergebnis werde 2001 zwar positiv bleiben, aber nicht die im Jahr 2000 erzielten 96 Millionen Mark (Vorjahr minus 22) erreichen. Zwar ziehe sich die Bahn bis Ende dieses Jahres aus defizitären Strecken mit einem Umsatzvolumen von bis zu 250 Millionen Mark zurück; der darauf entfallende Verlust von zuletzt jährlich 750 Millionen Mark könne kostenseitig aber erst 2004 voll auf Null zurückgeführt werden, weil beispielsweise der Rückbau von Güterbahnhöfen einige Zeit in Anspruch nehme, erklärte Malmström. Zudem investiere der Güterbereich der Bahn binnen fünf Jahren 4,5 Milliarden Mark in die Erneuerung des im Schnitt 29 Jahre alten Fuhrparks, was zunächst ebenfalls die Ergebnisse belastet.

Das Vorjahr sei für den Güterverkehr angesichts der Trendwende beim Betriebsergebnis sehr erfolgreich gewesen, meinte Malmström. Bereinigt um Konsolidierungseffekte sei die vorjährige Verkehrsleistung der DB Cargo um 7,5 Prozent auf 76,8 Milliarden Tonnenkilometer gestiegen. Wegen Margenverlust habe das Umsatzwachstum mit einem Plus von knapp drei Prozent auf 6,9 Milliarden Mark damit aber nicht Schritt halten können. Der dennoch spürbare Aufschwung gehe zum einen auf die gute Konjunktur in der heimischen Montan- und Chemie-Industrie zurück, wo Großkunden der DB Cargo sitzen, sagte Malmström. Zum anderen seien im Güterverkehr auch Kosten gesenkt und die Produktivität erhöht worden. Andererseits hatte das einen Abbau von 2440 auf noch 38 555 Stellen zur Folge. Einen ähnlichen Abbau kündigte der Cargo-Chef auch für dieses Jahr an.

Den Umsatz will er trotz des Rückzugs aus defizitären Strecken 2001 um erneut drei Prozent steigern. Auf mittlere Sicht sieht der Bahnmanager großes Zuwachspotenzial im deutsch-französischen Güterverkehr. Der dortige Warenaustausch sei europaweit der umfangreichste zwischen zwei Staaten. Dennoch habe die Bahn daran nur einen verschwindend kleinen Anteil. Allerdings gebe es Handlungsbedarf vor allem auf der französischen Seite der Grenze.

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