Wirtschaft : Deutsche Bahn: Der Konzern will Interregio-Verbindungen einstellen

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Klar, ein Unternehmen, das zur Börse drängt, muss den Ballast abwerfen, der Verluste einfährt. Dies ist einfacher, als sich Gedanken zu machen, wie man durch kundenorientierte Angebote aus den roten doch schwarze Zahlen machen könnte. Folgerichtig will der Bahnvorstand einen großen Teil seiner Verlust bringenden Interregio-Verbindungen einstellen, die einst als Bindeglied zwischen dem Nah- und Fernverkehr eingeführt worden waren. Als Ersatz sollen die Länder mehr Regionalzüge bestellen - und bezahlen. Dafür erhalten sie Geld aus der Bundeskasse. Die Summe wird aber nicht erhöht, wenn die Länder nun auch den Interregio-Part übernehmen, den die Bahn bisher selbst finanzieren muss. Deshalb lehnen sie die Pläne ab. Dabei hat sich die Bahn zum Teil selbst in die roten Zahlen gefahren. Wenn auf einer Strecke erst ein Interregio und dann ein Regional-Express fährt, war am Wochenende mit dem Schönen-Wochenend-Ticket die Fahrt im Regionalzug konkurrenzlos billig und der Interregio folglich ziemlich leer. Auch der versprochene Service ließ oft auf sich warten. Häufig fehlte im Interregio der Bistrowagen. Dabei bietet der Interregio umsteigefreie Verbindungen ohne Zuschlag auch auf längeren Strecken an, während die Regionalzüge nicht selten fast abrupt an Landesgrenzen enden. Wer nicht von Ballungsraum zu Ballungsraum fährt, dem fehlt ohne Interregio oft die Alternative. Klar ist: Wo das Angebot stimmt, sind die Züge meist gut besetzt. Darüber sollte die Bahn zuerst nachdenken. Wenn aber die Länder den Zubringerverkehr zum lukrativen Fernverkehr der Bahn AG übernehmen sollen, müssten sie dafür eigentlich Geld bekommen, nicht bezahlen.

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