Deutsche Bahn : Druck auf Vorstandschef Mehdorn wächst

Trotz des Rückziehers beim Bedienzuschlag hält die Kritik an Bahnchef Hartmut Mehdorn an. Politiker mehrerer Parteien forderten personelle Konsequenzen bei dem Verkehrsunternehmen.

Mehdorn
Umstrittener "Alleinherrscher". Hartmut Mehdorn -Foto: dpa

Die Debatte über den Bedienzuschlag bestätige "einmal mehr, dass er der falsche Mann am falschen Fleck ist", sagte SPD-Bahnexperte Hermann Scheer der "Passauer Neuen Presse" (Samstagausgabe) und fügte hinzu: "Mehdorn gehört schon lange entlassen." Auch Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann betonte: "Der Schaden für die Bahn ist immens. Sie war jetzt wieder eine Woche lang die Lachnummer der Nation." Und FDP-Bahnexperte Patrick Döring jubelte zwar über den "Sieg auf der ganzen Linie", meint aber ebenfalls, nun müsse über personelle Konsequenzen gesprochen werden.

Magazinbericht: Kein Ausgleich für entgangene Einnahmen geplant

Unterdessen will die Bahn nach dem Aus für Bedienzuschläge laut einem Magazinbericht keine zusätzliche Erhöhung der Fahrpreise vornehmen. Auch sonst werde es "nun keine Kompensation geben", zitierte "Euro am Sonntag" eine mit den Vorgängen vertraute Person in einem Vorabbericht. Nach Schätzungen hätte die zum Winterfahrplan geplante Gebühr von 2,50 Euro pro Fernticket für die Bahn Mehreinnahmen von insgesamt 50 Millionen Euro bedeutet. Für die entgangenen Einnahmen werde die Bahn nun keinen anderen Ausgleich suchen, schreibt das Wirtschaftsmagazin unter Berufung auf Bahnkreise. Unabhängig davon plant die Bahn zum Fahrplanwechsel im Dezember jedoch Preiserhöhungen von durchschnittlich 3,9 Prozent.

Der Bahn-Vorstand hatte die umstrittene Servicegebühr am Freitag gekippt. Das Vorhaben, beim Fahrkartenkauf am Schalter und per Telefon eine Extragebühr zu erheben, war bei der Bundesregierung und Verbänden auf massive Kritik gestoßen. (rf/ddp/AFP)

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