Wirtschaft : Deutsche Bahn investiert Rekordsumme Verkehrsministerium: Bundesmittel noch nicht ganz ausgeschöpft

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Berlin (hop/and/HB). Die Deutsche Bahn AG hat im vergangenen Jahr 6,7 Milliarden Euro in ihre Infrastruktur investiert. Davon stammten 4,2 Milliarden Euro aus Bundeszuschüssen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung wehrte sich der Konzern gegen Vorwürfe der Bauindustrie, die Bahn habe die Mittel aus dem Bundeshaushalt nicht voll ausgeschöpft. Die Bundesgelder für 2002 seien komplett abgerufen worden. Sowohl die Gesamtinvestitionen als auch die Eigenmittel in Höhe von 1,7 Milliarden Euro seien auf ein Rekordniveau gestiegen. Das Investitionsvolumen sei um 2,2 Milliarden Euro größer als noch 2001.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigte die Angaben weitgehend: „Es stimmt zwar nicht ganz. Aber es waren lediglich 150 Millionen Euro, die nicht genutzt wurden.“ Dies sei „massiv besser“ als in den vergangenen Jahren. 2001 habe die Bahn noch – wegen fehlender Planungskapazitäten – mehr als 600 Millionen Euro Bundesmittel nicht nutzen können. Die Engpässe seien nun offensichtlich beseitigt worden.

Einstieg in Schottland geplant

Die Deutsche Bahn drängt außerdem ins Ausland. Sie plant den Einstieg in den britischen Schienenverkehr und will in einem ersten Schritt den gesamten Personenverkehr in Schottland übernehmen. Das Unternehmen bestätigte dem Handelsblatt, man prüfe ein Angebot für die neu ausgeschriebene schottische Betreiberlizenz. Diese startet im April 2004 für zunächst sieben Jahre. Auf dem schottischen Netz werden jährlich mehr als 63 Millionen Personen befördert. Für die Deutsche Bahn wäre dies im Nahverkehr der erste Schritt ins Ausland.

Eine Bahnsprecherin schloss die Übernahme von weiteren Regionen in England nicht aus. Dies dürfte bereits Thema beim Besuch von BahnManagern in London sein, die sich nach Auskunft der britischen Bahnbehörde SRA für Februar angesagt haben. Bahnchef Hartmut Mehdorn wird Anfang Juni an der Themse sein, um für seinen Konzern zu werben. Denn im britische Bahnbetrieb werden die Karten neu gemischt: Seit der Privatisierung Anfang der 90er Jahre steht die erste große neue Lizenzrunde an. Von insgesamt 28 Betreibergenehmigungen läuft im Frühjahr 2004 ein Dutzend aus.

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