Deutsche Bahn : Schnellstrecke von Berlin ab November wieder offen

Richtung Westen müssen Bahn-Kunden aus Berlin seit dem Sommer-Hochwasser längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen. Die Reparaturen sind nun früher fertig als geplant.

Vom Hochwasser war das betonierte Gleisbett der Hochgeschwindigkeitsstrecke beschädigt.
Vom Hochwasser war das betonierte Gleisbett der Hochgeschwindigkeitsstrecke beschädigt.Foto: dpa

Auf der ICE-Strecke zwischen Berlin, Hannover und Frankfurt fahren ab 4. November wieder Züge. Die wegen der Hochwasserschäden an einer Elbbrücke gesperrte Trasse werde dann voll befahrbar sein, teilte die Deutsche Bahn am Dienstag in Berlin mit.

Die Schäden seien nicht so groß wie befürchtet. Zuletzt war von einer Inbetriebnahme erst ab Dezember die Rede gewesen.

Auch der bundesweite Gesamtschaden des Hochwassers für die Bahn fällt wohl geringer aus als befürchtet. Dem Bund wurden vorläufig 150 Millionen Euro gemeldet, nachdem bis zu eine halben Milliarde Euro befürchtet worden war.

"Ich erwarte, dass wir weitgehend die Schäden über den Bund ersetzt bekommen", sagte Infrastrukturvorstand Volker Kefer. Das Umsatzminus von 80 Millionen Euro wegen der Zugausfälle muss die Bahn selbst tragen.

Hochwasser in Deutschland
Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).Weitere Bilder anzeigen
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27.06.2013 21:23Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).

Fahrtzeit verlängert sich um über eine Stunde

Züge zwischen der Hauptstadt und Hannover werden derzeit umgeleitet, was zu Verzögerungen um über eine Stunde führt. Fahrten nach Frankfurt führen meist entweder über Hannover oder südlich durch Thüringen ebenfalls mit längerer Fahrzeit.

Ab Oktober können die Fahrten über die ICE-Strecke nach dem regulären Fahrplan wieder gebucht werden. Dies gilt auch für die schnellste Berlin-Frankfurt-Verbindung, den Sprinter. Bereits gekaufte Tickets für Fahrten ab 4. November nach dem Not-Fahrplan können umgetauscht oder zurückgegeben werden. Auf der Trasse Berlin-Hannover sind etwa ein Viertel der Passagiere im Fernverkehr der Bahn unterwegs.

Strecke ist seit Juni gesperrt

Nach dem Hochwasser im Juni stand die Zufahrt zur Elbbrücke wegen eines Deichbruchs tagelang über eineinhalb Meter unter Wasser. Die Fluten gingen nur sehr langsam zurück, so dass der Unterbau auch nach Monaten noch durchnässt und nicht belastbar war. Eine umfangreiche Suche nach Unterspülungen oder Hohlräumen ergab in den vergangenen Woche keine derartigen Schäden. Leit- und Sicherheitstechnik werden jedoch erneuert.

Bereits bei der Flut 2002 musste die Brücke längere Zeit gesperrt werden. Die Bahn äußerte die Hoffnung, dass nun ausreichend Polderflächen an der Elbe ausgewiesen würden, um eine Wiederholung beim nächsten Hochwasser zu verhindern.

Im Juni waren nach tagelangen Regenfällen große Landstriche vor allem in Ostdeutschland und Bayern überflutet. Neben Bahnstrecken waren auch Autobahnen zeitweise nicht befahrbar. Bund und Länder haben eine Fluthilfe-Fonds von bis zu acht Milliarden Euro aufgelegt. (rtr)

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