Deutsche Bahn : Streiks beschlossen - Bahn macht kein neues Angebot

Eine überwältigende Mehrheit von 95 Prozent der Lokführer hat sich für einen Streik ausgesprochen. Das bis Dienstagabend laufende Ultimatum der Lokführergewerkschaft will die Bahn verstreichen lassen und der GDL vorerst kein neues Angebot vorlegen. Spätestens am Mittwoch sind erste Ausstände zu erwarten .

Markus Mechnich
Deutsche Bahn Streiks
Fünf vor Zwölf? Bei der Deutschen Bahn stehen die Zeichen auf Streik. -Foto: AFP

Bei der Bahn wird gestreikt. Mit einer "überwältigenden Mehrheit" von 95 Prozent haben die Lokführer bei ihrer Urabstimmung für einen Streik gestimmt.  Für ein "Ja" musste die Marke von 75 Prozent erreicht werden. Gewerkschaftschef Schell rechnete im Vorfeld mit einem Ergebnis jenseits der 90 Prozent. Am Mittwoch könnte es mit den Ausständen losgehen. Die Gewerkschaft will auf jeden Fall 24 Stunden vor Beginn die Öffentlichkeit informieren.

Die GDL forderte die Unternehmensführung der Bahn auf bis Dienstag 18 Uhr ein verbessertes Angebot vorzulegen. Bis dahin könne der Streik noch aufgehalten werden. Auch während etwaiger Verhandlungen soll nicht gestreikt werden. Frühester Termin für den Personenverkehr wäre dieser Mittwoch, sagte GDL-Chef Manfred Schell. Er hoffe aber bis Dienstagabend auf ein tragfähiges Angebot der Bahn. "Nur dies gibt Deutschland die Möglichkeit, dass es von einem Arbeitskampf verschont bleibt", sagte Schell.

Hotline für Bahn-Reisende

Unter der kostenlosen Hotline 08000-996633 können sich Reisende informieren, ob ihre Züge betroffen sind. Anrufer aus dem Ausland wählen die 0049-1805-334444. Die Gebühren richten sich unter anderem nach dem Herkunftsland. Auch auf der Internet-Seite www. bahn.de/aktuell informiert der Konzern über Streikfolgen.

Die Lokführer, Zugbegleiter und Gastronomiebeschäftigten kämpfen für einen eigenen Tarifvertrag und 31 Prozent mehr Gehalt. Den von der Bahn mit den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA ausgehandelten Tarifvertrag lehnt sie ab. Nun drohen den Bahnkunden ab Mittwoch Zugausfälle und Verspätungen. (mit dpa/AFP)

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