Wirtschaft : Deutsche Bahn: Transnet will Streiks ausweiten

Die Gewerkschaft Transnet hat für die kommende Woche eine Ausweitung der Warnstreiks gegen den Stellenabbau bei der Deutschen Bahn angekündigt. Der Protest richte sich gegen Pläne des Bahnvorstands, mehrere Instandhaltungswerke für Loks und Waggons zu schließen oder zu verkaufen, weil sie unrentabel seien. Insgesamt knapp 6000 Arbeitsplätze seien davon bedroht. In ganz Deutschland sollen Warnstreiks stattfinden, Beeinträchtigungen für Kunden wollte ein Transnet-Sprecher nicht ausschließen. Er sagte, die geplanten Werksschließungen seien unnötig. Vom Bahnvorstand gebe es bisher kein Signal für Verhandlungen - das sei jedoch wichtig. In der vergangenen Woche hatten 11 000 Mitarbeiter in den Bahn-Instandsetzungswerken die Arbeit niedergelegt.

Unterdessen wird die Liste der Korruptionsvorwürfe bei der Deutschen Bahn immer länger. In Halle ermittelt die Staatsanwaltschaft seit einem Jahr. Einem der am Donnerstag festgenommenen Verdächtigen werde inzwischen Bestechlichkeit in 13 Fällen, Vorteilsnahme und der Verrat von Betriebsgeheimnissen vorgeworfen, berichteten Zeitungen am Samstag. Gegen seinen ebenfalls in Haft sitzenden Komplizen wird nach Informationen der "Mitteldeutschen Zeitung" wegen Geldwäsche ermittelt. Der Hauptverdächtige, ein 53-jähriger ehemaliger Bahnoberrat aus dem Projektzentrum Leipzig der Bahn-Tochter Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit, soll dem Blatt zufolge bislang drei Millionen Mark an illegalen Zahlungen erhalten haben. Er soll bei der Auftragsvergabe für den Aus- und Neubau von Strecken in Ostdeutschland Schmiergelder kassiert haben. An seinen 52-jährigen Helfer seien mindestens 600 000 Mark geflossen. Beide waren am Donnerstag in Karlsruhe festgenommen worden. Beide sollen dem Blatt zufolge in Halle eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet haben, um über diese Schmiergeldzahlungen abzuwickeln. Der "Mitteldeutschen Zeitung" zufolge wurden die beiden Männer bei ihrer Festnahme in Karlsruhe in flagranti erwischt.

Am Donnerstag hatten zahlreiche Beamte des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt auch mehrere Objekte in verschiedenen Bundesländern durchsucht. Sie stellten dabei umfangreiches Material sicher, das den Verdacht auf Korruption bei der Auftragsvergabe belegen soll. In dem Fall wird auch gegen Personen beziehungsweise Firmen ermittelt, die Schmiergeld gezahlt haben sollen.

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