Wirtschaft : Deutsche Bahn überschreitet Grenzen Neue Verbindung von Frankfurt nach Marseille

Straßburg - In weniger als acht Stunden mit dem Zug von Frankfurt am Main bis ans Mittelmeer – seit Freitag ist das möglich. Die Deutsche Bahn bietet gemeinsam mit der französischen Staatsbahn SNCF eine direkte Hochgeschwindigkeitsverbindung von der Main-Metropole in die südfranzösische Hafenstadt Marseille - via Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden, Straßburg, Besançon, Lyon, Avignon und Aix-en-Provence.

Beide Bahngesellschaften haben bereits Erfahrung mit der Kooperation: Seit fast fünf Jahren verkehren TGV-Züge zwischen Paris, Stuttgart und München. Die Bahn nutzt die im Juni 2007 fertiggestellte Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Paris und deutscher Grenze ebenfalls: Sie schickt ICEs via Saarbrücken und Metz in die französische Hauptstadt. Bisher haben laut Bahn rund sechs Millionen Reisende dieses Angebot genutzt.

Ein solches Ergebnis dürfte die neue Verbindung Frankfurt-Marseille wahrscheinlich nicht bringen, zumal sie für Geschäftsreisende kaum interessant ist. Die Deutsche Bahn sieht das neue Angebot als Teil ihrer Strategie, den grenzüberschreitenden Bahnverkehr stärker auszubauen und damit dem Flugverkehr Kunden abzujagen.

Dazu hat sie sich mit den Bahngesellschaften in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz in dem Bündnis „Railteam“ zusammengeschlossen. Einen Rückschlag musste die Bahn allerdings bei ihrem Prestige-Projekt hinnehmen, bei der geplanten ICE-Verbindung nach London. Der für 2013 geplante Start musste verschoben werden, weil sich die Auslieferung der 16 neuen ICE-Züge durch Siemens verzögert. Einen neuen Termin gebe es noch nicht, heißt es bei der Bahn.

Seit Beginn des Vorverkaufs am 24. Dezember haben laut der Bahn bereits 9000 Kunden in Deutschland Plätze für die neue Verbindung reserviert. Die Reservierungen sind ab drei Monate vor der Reise möglich – für die Hauptferienzeit im Juli und August haben sie noch nicht begonnen. „Mit Beginn der Ferien wird die Auslastung der Züge sicher stark ansteigen“, sagte ein Bahn-Sprecher. Zumal die Preise selbst gegenüber Billigfliegern günstig seien. Die preiswerteste Fahrt von Frankfurt nach Marseille ist mit dem Angebot Europa-Spezial ab 39 Euro zu haben. Auch Rabatte mit der deutschen Bahncard gelten im TGV. Der reguläre Preis für ein Ticket liegt allerdings bei 142 Euro. AFP

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