Wirtschaft : Deutsche Bahn: "Wir müssen das Gehalt abschmelzen" - Bahn-Personalvorstand Horst Föhr im Interview

Herr Föhr[Sie haben massive Reformen in der]

Herr Föhr, Sie haben massive Reformen in der nen Beschäftigungsgesellschaft DB Arbeit gefordert. Was stört Sie an der jetzigen Struktur?

Den Mitarbeitern in der DB Arbeit wird kein Anreiz geboten, innerhalb des Unternehmens eine niedriger bezahlte Beschäftigung anzunehmen oder sich sogar auf dem externen Arbeitsmarkt umzusehen. Obwohl sie weniger oder gar nicht arbeiten, erhalten sie weiter das volle Tarifgehalt. In Zukunft müssen wir stärker differenzieren zwischen denen, die das Management der DB Arbeit betreiben und den Mitarbeitern, die im Unternehmen nicht mehr eingesetzt werden können.

Die rund 4000 Mitarbeiter in der DB Arbeit sind demnach nicht ausgelastet?

Das hängt von den Monaten ab. Im Frühling standen Bahnhofsinstandhaltungsarbeiten an, da war genug Arbeit da. In anderen Monaten ist es dagegen problematisch. Einige Mitarbeiter machen gar nichts, andere qualifizieren sich weiter, aber auch das darf nicht zu 100 Prozent vergütet werden.

Wie stellen Sie sich die Reform vor?

Wir wollen das Gehalt in der DB Arbeit stufenweise auf 70 Prozent des jeweiligen Branchentarifs abschmelzen. In den ersten drei Monaten in der Beschäftigungsgesellschaft soll der Mitarbeiter weiter das volle Gehalt bekommen. Nach weiteren drei Monaten soll das Gehalt auf 90 Prozent gekürzt werden, nach sechs Monaten auf 80, nach neun Monaten auf 70 Prozent.

Mitarbeiter können unbegrenzt lange in der DB Arbeit überbrücken. Soll es dabei bleiben?

Nein. Wir überlegen, die Zeit auf zwei Jahre zu begrenzen.

Gehen Sie davon aus, dass Sie sich gegenüber den Gewerkschaften durchsetzen werden?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gewerkschaften auf Dauer akzeptieren werden, dass Kollegen, die weniger arbeiten, trotzdem in gleicher Höhe bezahlt werden.

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