Wirtschaft : Deutsche Bank 24 und AOL haben bis Ende 2002 zwei Millionen Kunden im Visier

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Vor allem das Bank- und Börsengeschäft per Handy wollen Deutsche Bank 24 (DB 24) und AOL Europa durch ihre jetzt vereinbarte enge strategische Zusammenarbeit ausbauen. Noch in diesem Jahr soll den rund elf Millionen Kunden beider Firmen ein entsprechendes Angebot vorgelegt werden. Damit soll die Abwicklung von fast allen Bankgeschäften über das Handy möglich werden. "Das ist das zukunftsträchtigste Wachstumsfeld überhaupt", sagte Andreas Schmidt, Präsident von AOL Europe am Montag in Frankfurt.

In weniger als zwei Jahren werde es kein Handy mehr ohne Internet-Zugang geben. AOL kooperiert bereits mit den Handy-Herstellern Nokia und Motorola. Neukunden wollen die Unternehmen günstige Pakete zum Einstieg ins Internet-Bankgeschäft bieten. Dazu sollen auch verbilligte Computer gehören. Im zweiten Quartal wollen DB 24 und AOL entsprechende Angebote vorlegen. Erst dann will man den Preis nennen.

Mit AOL Europa hat die DB 24, in der die Deutsche Bank seit September vergangenen Jahres das Filial- und das Online-Bankgeschäft zusammengefasst hat, den zweiten Partner für das Internetgeschäft mit Privatkunden gewonnen. Schon seit Mitte Februar kooperiert die Bank mit dem Internet-Dienstleister Yahoo. "Wir sind noch kein dot.com-Unternehmen. Aber mit AOL beschleunigen wir den Wandel von einer eher traditionellen Bank zur führenden E-Commerce-Plattform für Finanzdienstleistungen in Deutschland", betont DB-24-Vorstandssprecher Herbert Walter. 500 Millionen Mark will die DB 24 in den nächsten Jahren für den Ausbau ihrer Internet-Aktivitäten ausgeben.

Beide Unternehmen wollen vor allem mit gemeinsamen Produkten neue Kunden gewinnen. Derzeit zählt die DB 24 rund sieben Millionen, AOL rund vier Millionen Kunden. Neben günstigen Computern sollen Kunden auch von einem besonders preiswerten AOL-Zugang ins Internet profitieren, auch bei Börsengeschäften sollen günstige Konditionen geboten werden. Schließlich werden DB 24 und AOL gemeinsam mit der Deutsche Bank-Fondstochter DWS einen Investmentfonds für Lifestyle- und Technologieaktien auflegen. Dabei sollen die Kunden sogar per Internet mit den Fondsmanagern die Anlageentscheidungen diskutieren können.Bei der DB 24 nutzen derzeit rund 650 000 der sieben Millionen Kunden das Internet. Bis Ende 2002 sollen es knapp zwei Millionen sein.

Unterdessen berichtete die elektronische Ausgabe der "New York Times",dass Yahoo mit der News Corporation, der Holding von Rupert Murdoch, über eine Allianz verhandelt. Die Unternehmen wollten damit der Fusion zwischen AOL und dem US-Medienkonzern Time Warner begegnen, hieß es.

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