Deutsche Bank : Ackermann räumt bei Oppenheim auf

Die Deutsche Bank plant nach der vollständigen Übernahme von Sal. Oppenheim zahlreiche Änderungen am Geschäftsmodell und der Organisation der Privatbank.

Oliver Stock (HB)

Frankfurt am Main Nach Informationen des „Handelsblatts“ aus Konzernkreisen soll der offizielle Abschluss des Kaufprozesses wahrscheinlich bereits am heutigen Montagnachmittag abgeschlossen sein. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will danach die Verbindungen von Sal. Oppenheim zu dem umstrittenen Kölner Immobilienfinanzier Josef Esch kappen, der in den vergangenen Jahren zahlreiche Geschäfte mit der alten Führung der Privatbank eingefädelt hatte.

Der neue Oppenheim-Chef Wilhelm von Haller soll die weitgehende Trennung des Bankhauses von den sogenannten Esch-Fonds umsetzen. Die Kreditvergabe des Bankhauses an Esch-Projekte hatte zur Schieflage der Privatbank im vergangenen Jahr beigetragen, die letztlich den Notverkauf an die Deutsche Bank auslöste.

Als unproblematisch gilt in Finanzkreisen der Verkauf des Fünf-Prozent-Anteils der Bank an der Oppenheim-Esch-Holding. 95 Prozent der Holding gehören Esch und den Altgesellschaftern von Sal. Oppenheim, die dann künftig auf ihren Minderheitsgesellschafter verzichten müssen. Darüber hinaus existieren allerdings 40 bis 50 Grundstücksgesellschaften, die wegen ihrer Struktur Esch-Fonds genannt werden. Sie dienten vor allem als Steuersparmodell für Investoren. Neben Oppenheim-Kunden sind die Bank und die Altgesellschafter Eigentümer der Fonds. Rund ein Drittel dieser Investmentvehikel gilt als problematisch. Dazu gehören vor allem die Gesellschaften, die in Immobilien des insolventen Arcandor-Konzerns und seiner Kaufhaustochter Karstadt investiert hatten. Zusätzlich verkompliziert sich die Situation, weil Oppenheim Investoren dieser Fonds mit persönlichen Krediten versorgte. Bei einigen Kunden ist die Kalkulation, dass die Fondsgewinne höher ausfallen als die Kreditkosten, nicht aufgegangen. In Konzernkreisen der Deutschen Bank heißt es, Oppenheim wolle jetzt eine „kundenfreundliche“ Lösung suchen, um auszusteigen.

Neben der Zusammenarbeit mit Esch steht auch die Zukunft des Konzernsitzes in Luxemburg zur Disposition. Die Bank war vor drei Jahren mit dem Sitz ihrer Holding in das Herzogtum gezogen. Dahinter steckte vor allem die Absicht, von Luxemburg aus die internationale Expansion voranzutreiben. Da sich Oppenheim unter der Ägide der Deutschen Bank auf den Heimatmarkt beschränken soll, entfällt diese Funktion.

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