Wirtschaft : Deutsche Bank: Auf Partnersuche

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Die Deutsche Bank bleibt auf Partnersuche, in Europa und in Amerika. "Wir werden auch weiterhin sich bietende Möglichkeiten aktiv verfolgen", sagte Vorstandssprecher Rolf Breuer am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Akquisitionen würden aber nur realisiert, wenn sie passten und langfristig Wert schafften. Vor allem im Geschäft mit privaten Kunden und in der Vermögensverwaltung ist Breuer auf der Suche. Zwar könne die Deutsche Bank aus eigener Kraft in drei bis vier Jahren in Europa rund 15 Millionen Kunden anziehen - derzeit sind es elf Millionen - aber 20 Millionen seien notwendig, um wirklich rentabel arbeiten zu können. Auch das Andocken anderer Institute an die Deutsche Bank 24, in der das Unternehmen europaweit das Filialgeschäft konzentriert hat, bleibe eine Option. Im Investmentbanking dagegen sieht Breuer derzeit keine Notwendigkeiten zu weiteren Akquisitionen. Die Bank wolle hier alleine "kraftvoll" wachsen.

Die seit Anfang Februar geltende neue Struktur mit einer Bank für Privatkunden und die Vermögensverwaltung sowie einer Investmentbank zahlt sich nach Angaben von Breuer schon jetzt aus. In den ersten Monaten seien kurz- und langfristige Möglichkeiten der Kosteneinsparung aufgedeckt worden, die über die bereits eingeplanten Kosten- und Synergieeffekte in Höhe von 1,5 Milliarden Euro ab 2003 hinausgingen. Das zusätzliche Volumen bezifferte Breuer vor rund 3000 Aktionären in der Frankfurter Festhalle allerdings nicht.

Auf die künftige staatliche geförderte Altersversorgung sieht der Deutsche Bank- Chef sein Haus gut vorbereitet. Mit der Tochter Deutscher Herold sei man die Nummer eins in Deutschland im Vertrieb mit fondsgebundenen Lebensversicherungen. Dies gelte auch für den Vertrieb von Policen über die Filialen. Die neu formierten Wettbewerber Allianz/Dresdner Bank und Münchner Rück/Hypo- Vereinsbank betrachtet Breuer gelassen.

Um sich besser für Übernahmen auch in den USA zu wappnen, strebt die Deutsche Bank weiter die Notierung der Aktie an der New Yorker Börse an. Noch in diesem Jahr soll es nach Angaben von Breuer soweit sein. Dann könnte die Deutsche Bank bei Übernahmen jenseits des Atlantiks auch mit ihren eigenen Aktien "bezahlen".

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