Wirtschaft : Deutsche Bank ausgebremst

MAILAND/FRANKFURT (MAIN) .Die Deutsche Bank AG hat bei ihrem Engagement in Italien eine herbe Niederlage einstecken müssen.Der am Montag angekündigte Aktientausch zwischen der Commerzbank AG und der Versicherungsgesellschaft Assicurazioni Generali, Triest, schwächt den Einfluß der deutschen Nummer eins auf die Mailänder Banca Commerciale Italiana (Comit) und damit auf die eingeleitete Umgestaltung des italienischen Kreditwesens.

Als erste Konsequenz aus der engeren Partnerschaft zwischen Commerzbank und Generali mußte die Deutsche Bank hinnehmen, daß die Banca Commerciale Italiana sich gegen ihren Willen für Fusionsverhandlungen mit der Banca di Roma entschied.Die Deutsche Bank hatte stattdessen nach Angaben Mailänder Branchenkenner eine Fusion der Comit mit dem Geldhaus Imi-San Paolo befürwortet und konnte dabei auf die Unterstützung des Fiat-Ehrenpräsidenten Giovanni Agnelli und anderer Comit-Teilhaber wie der französischen Großbank Paribas bauen.Die "Verlobung" der Comit mit der Banca die Roma will die Deutsche Bank nicht kommentieren.Ein Sprecher des Frankfurter Geldhauses sagte, sein Institut habe sich auch "nie" für die "eine oder andere Kooperation" ausgesprochen.Zu den Gerüchten und Spekulationen um die Comit-Beteiligung äußere sich sein Geldinstitut nicht.

Vor wenigen Wochen hatte die Deutsche Bank überraschend eine 4,5-prozentige Beteiligung an der Comit bekanntgegeben und damit in der Mailänder Finanzwelt für helle Aufregung gesorgt."Als wichtigste ausländische Bank in Italien ist es unser Interesse und in gewisser Weise unsere Pflicht, uns an der Umstrukturierung des italienischen Bankensektors als Akteure und nicht als Zuschauer zu beteiligen", hatte der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, damals noch erklärt.Beinahe zum gleichen Zeitpunkt erwarb die Commerzbank allerdings eine fünfprozentige Beteiligung an der Comit.

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