Wirtschaft : Deutsche Bank begleitet Google an die Börse 31 Banken dabei / Neue Software in Arbeit

Corinna Visser

Berlin – Die Deutsche Bank wird die weltweit größte Internetsuchmaschine Google bei ihrem geplanten Börsengang begleiten. Google reichte bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC Unterlagen ein, in der neben den beiden führenden Emissionsbanken Morgan Stanley und Credit Suisse First Boston 29 weitere Investmentbanken benannt wurden. Dazu zählen neben der Deutschen Bank die Citigroup, Goldman Sachs und Merrill Lynch.

Google hatte den Börsengang vor einigen Wochen angekündigt und will eigene Aktien im Wert von rund 2,7 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) verkaufen. Den Erlös aus dem Börsengang wollen die beiden Firmengründer Sergey Brin (30) und Larry Page (31) in die Expansion des Unternehmens stecken.

Die „New York Times“ berichtet, Google bereite die Einführung einer leistungsstarken Software für das Suchen und Finden von Texten und Dateien auf dem PC vor. Bisher können Nutzer mit Hilfe von Google-Software allein das Internet nach Informationen durchsuchen, nicht aber den eigenen Rechner. Die neue Software, die schon bald auf den Markt kommen soll, sei bisher das stärkste Indiz dafür, dass Google seine Geschäfte ausweiten und direkt mit dem Softwarekonzern Microsoft in Konkurrenz treten wolle, berichten verschiedene Medien in den USA.

Ein Sprecher von Google-Deutschland wollte den Bericht nicht kommentieren. Er verwies aber darauf, dass einige der in den Medien genannten neuen Funktionen Bestandteil einer Software namens „Google Deskbar“ seien, an der Google gerade arbeitet. Sie soll das Suchen im Internet erlauben, ohne dass dafür ein Browser wie der „Internet Explorer“ von Microsoft benutzt werden muss. „Die Software durchsucht aber nicht die Festplatte“, sagte der Google-Sprecher. Einen Termin, wann die Google Deskbar fertig sein wird, nannte der Sprecher nicht.

Zwar ist Google immer noch die erfolgreichste Suchmaschine im Netz, aber die Konkurrenz von Yahoo und Microsoft wird stärker. Kein Wunder also, dass Google zum Angriff übergeht und im Vorfeld des Börsenganges versucht, neue Geschäftsbereiche zu erobern.

Wie deutsche Anleger sich an der Google-Emission beteiligen können, sei immer noch unklar, sagt Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Noch gibt es keinen Termin für die Emission. Fest steht aber, dass der Preis durch ein Auktionsverfahren ermittelt werden soll. Dafür brauche der Anleger ein Depot bei den Emissionsbanken Morgan Stanley oder CreditSuisseFirstBoston, sagt Kurz. Das mache die Angelegenheit für deutsche Anleger schwierig.

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