Wirtschaft : Deutsche Bank: Breuer wartet auf die nächste Chance (Kommentar)

Rolf Obertreis

Warum noch Partner suchen? Wer seinen Gewinn im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt und rund 7,5 Milliarden Mark als Ertrag verbuchen kann, muss nicht fusionieren. Die Deutsche Bank ist alleine stark genug, um in Europa - aber auch weltweit - bestehen und den großen britischen und amerikanischen Investmenthäusern Paroli bieten zu können. Vorstandssprecher Rolf-E. Breuer führt die Bank trotz der Pleite mit dem Dresdner Nachbarhaus von Rekord zu Rekord. Und trotzdem signalisieren die Rekordzahlen aus der Branche nicht das Ende der Konsolidierungswelle. Hier zu Lande gibt es weiter zu viele Filialen: Deutschland ist "overbanked". Zugleich sind die Renditen der großen deutschen Geldhäuser im internationalen Vergleich immer noch zu niedrig, die Kosten zu hoch. Die Suche nach Partnern bleibt damit ein Erfordernis. Für den einen mehr, für den anderen weniger.

Allerdings dürften Vollfusionen hier zu Lande, aber auch in Europa, im Bankenlager nach den jüngsten Erfahrungen abgehakt sein. Es wird künftig um Partnerschaften in Teilbereichen gehen oder um komplette Übernahmen, wie im Falle der Hypo-Vereinsbank und der Bank Austria. Das verhindert teure Reibereien, die das Ansehen schädigen. Dass die Deutsche Bank dabei eher auf der übernehmenden Seite sitzen wird, ist nach den jüngsten Zahlen klar. Wenn sich günstige Gelegenheiten bieten, wird Breuer zuschlagen. Etwa um die neue grenzüberschreitende Deutsche Bank 24 in Europa noch schlagkräftiger zu machen.

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