Wirtschaft : Deutsche Bank: Finanzinstitut erzielt Rekordgewinn

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Weder die Turbulenzen an den Börsen noch die gescheiterte Fusion mit der Dresdner Bank hat die Deutsche Bank aus der Bahn geworfen. Im Gegenteil: Das größte Geldhaus Europas hat 2000 den Nachsteuer-Gewinn auf den Rekordwert von 4,95 Milliarden Euro verdoppelt. Die Eigenkapitalrendite kletterte von 22 auf 32,4 Prozent, die Dividende steigt von 1,15 auf 1,30 Euro je Aktie. Der Deutsche-Bank-Konzern wird in zwei Banken aufgeteilt.

Vorstandssprecher Rolf E. Breuer sieht sein Haus endgültig unter den weltweit führenden Banken angekommen. Im Investmentbanking sei nur noch Morgan Stanley besser, sagte Breuer, im Privatkundengeschäft und in der Vermögensverwaltung sieht er die Deutsche Bank an Nummer drei. Auch wenn das vierte Quartal etwas schwächer ausfiel als ein Jahr zuvor, zeigte sich Breuer am Donnerstag mit dem Ergebnis hochzufrieden. Vor Steuern gab es ein Plus von 75 Prozent auf 6,73 Milliarden Euro, worin allerdings auch ein Ertrag von rund zwei Milliarden Euro aus dem Verkauf von Allianz-Anteilen enthalten ist. Insgesamt erwirtschaftete die Bank Erträge von 28,6 Milliarden Euro, denen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 21 Milliarden Euro gegenüber stehen. Im Investmentbanking, der wachstumsstärksten Sparte der vergangenen Jahre, kletterte der Gewinn um 79 Prozent auf vier Milliarden Euro. Mit weiteren ähnlich starken Wachstumsraten rechnet Breuer in dieser Sparte jetzt nicht mehr, weil man schon sehr weit gekommen sei.

Den größten Sprung machte die Deutsche Bank im Privatkundengeschäft mit einem Plus von 356 Prozent auf einen Gewinn von 900 Millionen Euro. Die Investitionen der vergangenen Jahre würden sich auszahlen und, so hofft Breuer, im Filial- und Online-Geschäft und in der Vermögensverwaltung in nächster Zeit einen Wachstumsschub auslösen. In der Vermögensverwaltung legte die Bank um 17 Prozent auf 700 Millionen Euro zu. Das Feld Unternehmen und Immobilien verbuchte einen Zuwachs um 20 Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Höchst erfolgreich war die Deutsche Bank auch wieder an den Finanzmärkten. Im eigenen Handel mit Wertpapieren, Devisen und Edelmetallen erwirtschaftete sie einen Gewinn von 6,9 Milliarden Euro, 52 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Aus dem Verkauf von Beteiligungen, darunter einem Allianz-Paket, wurden 3,1 Milliarden Euro erlöst, ein Plus von 55 Prozent.

Breuer kündigte in Frankfurt an, dass sich die Bank nach und nach von ihren börsennotierten, Nicht-Finanz-Beteiligungen trennen werde. Diese Absicht gelte auch für Daimler-Chrysler. An dem deutsch-amerikanischen Autokonzern hält die Deutsche Bank rund 12 Prozent. Breuer bestätigte, dass die Deutsche Bank neben anderen Instituten den Auftrag habe, eine Verteidigungsstrategie gegen Übernahmeversuche von Daimler-Chrysler auszuarbeiten. Dies kollidiere nicht mit den Plänen, sich mittelfristig von der Beteiligung an dem Autokonzern zu trennen.

Angesichts der wirtschaftlichen Abschwächung in den USA beurteilt Breuer die Geschäftsaussichten für das laufende Jahr eher zurückhaltend. "Wir sind aber gut gerüstet". Der Januar sei jedenfalls schon gelaufen.

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