Wirtschaft : Deutsche Bank hat Interesse an der BfG Bank

FRANKFURT (MAIN) (ro).Die Deutsche Bank hat grundsätzlich Interesse an der BfG Bank.Dies bestätigte Vorstandssprecher Rolf Breuer am Rande des Internationalen Börsenkongresses am Freitag in Frankfurt.Man werde sich die ehemalige Gewerkschaftsbank im Rahmen des jetzt anlaufenden Bietungsverfahrens genauer anschauen."Das sind aber keine Übernahmeverhandlungen", betonte Deutsche Bank-Sprecher Ronald Weichert ergänzend.

Das Interesse der Deutschen Bank richtet sich vor allem auf die Kunden der BfG und auf ihre mögliche Attraktivität für Folgegeschäfte bei der Deutschen Bank.Derzeit verwaltet die BfG unter anderem rund 450 000 Privatkunden.Die BfG könnte nach Angaben von Weichert für die Deutsche Bank auch mit Blick auf die geplante Neuausrichtung des Retailgeschäftes und damit die Zusammenführung des Filial- und des Direktbankgeschäftes bei der Deutschen Bank interessant sein.Dies sieht auch Bankanalyst Dieter Hein von der Commerzbank so."Genau im Retail-Geschäft ist die BfG stark." Andere Analysten allerdings sind eher skeptisch, ob die ehemalige Gewerkschaftsbank wirklich zur Deutschen Bank paßt.Da die BfG mit ihren 177 deutschen Filialen vor allem in mittelgroßen und in Großstädten vertreten sei, gäbe es viele Überschneidungen.Damit wären vermutlich auch etliche der 5400 Mitarbeiter der BfG überflüssig.Allein deshalb, glaubt Volker von Krüchtem von der BHF Bank, dürften die Gewerkschaften als Eigentümer des BfG-Großaktionärs BGAG einen Verkauf des Geldhauses ablehnen.

BGAG-Vorstandschef Rolf Freyberg hatte den Substanzwert der BfG im Sommer auf mindestens vier Mrd.DM beziffert.Bank-Analyst von Krüchtem hält auch fünf Mrd.DM für realistisch.Aktionäre der BfG sind mit 50 Prozent und einer Aktie die französische Großbank Crédit Lyonnais (CL), die Gewerkschaftsholding BGAG hält 25 Prozent minus zwei Aktien und die Aachener Münchener Beteiligungsgesellschaft (AMB) 25 Prozent plus eine Aktie.Die CL hatte die Mehrheit an der BfG 1993 für rund 1,4 Mrd.DM erworben.Aufgrund einer erheblichen Schieflage und Subventionen durch den französischen Staat hat die EU-Kommission die CL aufgefordert, bis Ende 1999 die BfG-Beteiligung zu verkaufen.CL, BGAG und AMB haben die Investmentbank Morgan Stanley aufgefordert, einen Käufer zu finden.Dabei fallen Namen von Schweizer Banken, aber auch die Bankgesellschaft Berlin wurde schon genannt.

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