Wirtschaft : Deutsche Bank im Visier

FRANKFURT (MAIN) .Bei der Deutschen Bank gibt es nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft den "Anschein eines Systems" zur Beihilfe bei der Steuerhinterziehung.Die Auswertung der seit Juni dieses Jahres sichergestellten Unterlagen mache gute Fortschritte, sagte der Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Job Tilmann, am Dienstag auf Anfrage.Derzeit werde geprüft, wieviele Vermögenstransfers privater Kunden ins Ausland anonymisiert worden sind.Außerdem lägen bislang 70 Selbstanzeigen von Kunden des Geldinstituts vor.

Anonyme Überweisungen beispielsweise in die Schweiz oder nach Luxemburg werten die Ermittler als deutliches Verdachtsmoment zur Umgehung der deutschen Steuer.Bei einer hohen Anonymisierungsquote würden zudem die Beschäftigten des Instituts wegen des Verdachts der systematischen Beihilfe ins Visier der Strafverfolger rücken.Den Anfangsverdacht gegen die Bank-Mitarbeiter hatten die Staatsanwälte mit Erkenntnissen aus Selbstanzeigen und anderen Ermittlungsverfahren begründet.

Die Identifizierung einzelner verdächtiger Kunden mache gute Fortschritte, meinte Tilmann.Konkrete Anzeigen gegen sie oder Bankbeschäftigte gebe es aber noch nicht.Die Ermittler seien zudem immer noch mit der Sichtung der Bankunterlagen beschäftigt.Im Juni hatten die Staatsanwälte mit insgesamt 300 Steuerfahndern die Frankfurter Zentrale, das Eschborner Rechenzentrum und mehrere Filialen der Deutschen Bank durchsucht.

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