Wirtschaft : Deutsche Bank im Zeugenstand

Mehrere Vorstände im Kirch-Prozess vorgeladen

Lässt nicht locker. Leo Kirch wirft der Deutschen Bank vor, sein Unternehmen Foto: picture alliance / dpa
Lässt nicht locker. Leo Kirch wirft der Deutschen Bank vor, sein UnternehmenFoto: picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Den 19. Mai haben sich gleich mehrere ehemalige und amtierende Top-Manager der Deutschen Bank in ihren Terminkalendern markiert. An diesem Tag steuert die seit neun Jahren schwelende gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Medienunternehmer Leo Kirch und dem damaligen Vorstandssprecher der Bank, Rolf-Ernst Breuer, auf einen neuen Höhepunkt zu.

Neben Breuer sind auch der amtierende Vorstandschef Josef Ackermann, die Vorstandsmitglieder Jürgen Fitschen und Hermann-Josef Lamberti, Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck und Aufsichtsratschef Clemens Börsig geladen. Ihr Kommen gilt als „sehr wahrscheinlich“, hieß es am Dienstag im Umfeld der Bank. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts in München sagte, bisher habe es keine Absagen seitens der Deutschen Bank gegeben. Der Sitzungssaal im Justizgebäude sei ausreichend groß, um dem erwarteten Publikumsinteresse gerecht zu werden.

Kirch macht Breuer für die Insolvenz seines Medienimperiums im Jahr 2002 verantwortlich. Der Ex-Bankchef hatte die Kreditwürdigkeit des Unternehmers in einem Interview in Frage gestellt. Nach dem Interview hätten ihm die Banken kein Geld mehr gegeben, meint Kirch. Bei der Beweisaufnahme sollen nun strittige Passagen und Übersetzungen aus einer Vorstandssitzung der Bank vom 29. Januar 2002, kurz vor dem Interview, geklärt werden. Richter Guido Kotschy hatte beiden Parteien Ende März eindringlich zu einem Vergleich geraten. Die Deutsche Bank sollte 775 Millionen Euro an Kirch zahlen, der dafür alle Klagen fallenlassen sollte. Doch der Kompromiss kam nicht zustande. HB

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