Wirtschaft : Deutsche Bank in Moskau aktiv

Präsenz eröffnet im April / Konzentration auf Firmenkunden

BERLIN (dw).Die Deutsche Bank will im April nächsten Jahres mit einer neuen Tochtergesellschaft in Moskau das operative Geschäft aufnehmen und damit das Firmenkunden-Geschäft in Rußland weiter stärken.Das kündigte Michael Endres, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, am Mittwoch in Berlin an.Rund 170 Mitarbeiter sollen in der russischen Hauptstadt den Bereich Commercial- und Investment-Banking betreuen.An ein flächendeckendes Filialnetz für mittelständische Kunden sei jedoch nicht gedacht, betonte Endres: "Dafür haben wir noch nicht das richtige Know-how." Die rechtlichen Rahmenbedingungen ­ insbesondere die Rechtsicherheit ­ seien noch nicht so weit gewährleistet, daß sich in diesem Bereich auswärtige Banken engagieren sollten."Ich glaube auch nicht, daß wir mittelfristig eine russische Bank kaufen werden", sagte Endres. Für das "Middle-Market"-Geschäft setze man in Mittel- und Osteuropa lieber auf Kooperation mit führenden einheimischen Banken, beschrieb Endres die Strategie seines Hauses."Zur Untermauerung einer Kooperation sind wir auch bereit, Minderheitsbeteiligungen einzugehen." Lediglich in Polen werde man selbst stärker in das Geschäft mit mittelständischen Kunden einsteigen.Die neue Präsenz in Moskau sei ein Zeichen für das größere Gewicht, daß die Deutsche Bank künftig auf die gesamte mittel- und osteuropäischen Region legen wolle.Endres erinnerte daran, daß die Deutsche Bank bereits 1881 durch den Aufkauf der Russischen Bank für Auswärtigen Handel in St.Petersburg in den Osteuropa-Handel eingestiegen sei und daher auf eine starke Tradition aufbaue.Zur Zeit sei ein Kapital von rund 200 Mill.DM in der Region gebunden.Etwa 500 Mitarbeiter betreuten rund 2000 Kunden.Ebenfalls im ersten Halbjahr nächsten Jahres werde man eine Repräsentanz in Bukarest eröffnen.Darüberhinaus kündigte Endres verstärktes Engagement in den baltischen Staaten an.Die habe man bislang vernachlässigt.Das Engagement der Deutschen Bank in Osteuropa bezeichnete Endres als "sehr erfolgreich".Auf die Region entfielen rund 8,6 Prozent des deutschen Exports: Davon wickele allein die Deutschen Bank je nach Land einen Anteil zwischen 20 und 35 Prozent ab.Zwei der drei Tochtergesellschaften in Polen, Ungarn und der Tschechischen Republik arbeiteten "sehr profitabel."

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