Deutsche-Bank-Manager verschickt Videobotschaft : An alle Mitarbeiter: "Benehmt euch!"

Die Deutsche Bank fordert von ihren Investment-Bankern einen besseren Umgangston - in einem Video droht der Co-Chef Mitarbeitern andernfalls mit "ernsten Folgen".

Die Außenwirkung ist wichtig, weiß man bei der Deutschen Bank.
Die Außenwirkung ist wichtig, weiß man bei der Deutschen Bank.Foto: p-a/dpa

"Zu prahlen, indiskret oder vulgär zu sein, ist nicht in Ordnung" - das sind die Worte eines Deutsche-Bank-Managers. Colin Fan, Co-Chef der Sparte Investmentbanking, hat sich in einem Video an seine Mitarbeiter gewandt. Mit scharfen Worten werden die Investment-Banker darin zu einem besseren Umgangston in der internen Kommunikation aufgefordert. Das berichtet die "Zeit" am Donnerstag.

In dem Video, das an alle Mitarbeiter weltweit gegangen sein soll, werde auch mit ernsten Konsequenzen gedroht, falls sich der interne Umgangston nicht ändere. Jede Kommunikation, die auch nur ansatzweise als unprofessionell angesehen werden könne, "hört auf. Jetzt sofort", sagt Fan. Sollten sich Mitarbeiter weiterhin im Ton vergreifen, gebe es "ernste Folgen für eure Karriere". Der "Zeit" zufolge erinnert Fan seine Zuschauer daran, dass die interne Kommunikation der Deutschen Bank zuletzt durch staatliche Stellen geprüft wurde.

"Bewusst unmissverständliche Sprache"

Eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte den Inhalt des Videos und erklärte, dieses sei bewusst in unmissverständlicher Sprache gehalten. Der Film sei Teil eines konzernweiten Kommunikationsprogramms zum angestrebten Kulturwandel. "Wir erwarten, dass jeder Mitarbeiter unsere Standards versteht und befolgt." Das Kommunikationsprogramm richte sich nicht nur an die Investmentsparte, diese spiele "allerdings eine wichtige Rolle". Neben dem Video gebe es auch Newsletter und Versammlungen, um die Werte, Überzeugungen und Standards der Bank zu vermitteln.

Die Deutsche Bank, die in eine Reihe von Affären um Manipulationen von Kursen oder Zinssätzen verwickelt ist, hatte sich 2012 als Konsequenz aus der Finanzkrise einen Kulturwandel verordnet. AFP

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