Deutsche Bank : Neue Strategie in der kommenden Woche

Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank wollen in der nächsten Woche über den neuen Kurs des Hauses entscheiden. Zwei Varianten werden gerade intensiv diskutiert: Vorsichtige Reform oder revolutionärer Neuanfang?

Anshu Jain (links) und Jürgen Fitschen führen den Konzern gemeinsam.
Anshu Jain (links) und Jürgen Fitschen führen den Konzern gemeinsam.Foto: picture alliance / dpa

Bei der Deutschen Bank geht das Ringen um den künftigen Kurs auf die Zielgerade. Nach „Handelsblatt“-Informationen will sich der Vorstand in der nächsten Woche auf ein Modell einigen. Dem Aufsichtsrat solle die neue Strategie in einer außerordentlichen Sitzung am 24. April vorgestellt werden, schreibt die Zeitung. Falls mögliche Nachfragen und Bedenken des Kontrollgremiums rechtzeitig geklärt seien, wolle die Führungsspitze des Dax-Konzerns die Strategie am 29. April zeitgleich mit der Präsentation der Zahlen des ersten Quartals verkünden.

Es soll ohne Tabus geprüft werden

Eine offizielle Bestätigung für diesen Zeitplan gab es zunächst nicht. Ein Deutsche-Bank-Sprecher bekräftigte auf Anfrage am Dienstag lediglich frühere Aussagen: Das Institut überprüfe derzeit seine Strategie und werde Ergebnisse im zweiten Quartal bekanntgeben.

Die Deutsche Bank - eine Geschichte in Bildern
Mit einer Bilanzsumme von 1,5 Billionen Euro ist die Deutsche Bank in Frankfurt am Main das größte - und mächtigste - Geldhaus Deutschlands. Sie hat 98.800 Mitarbeiter in 74 Ländern, davon 46 600 in Deutschland. Am Standort Berlin arbeiten 3700 Menschen. Die Aufsichtsbehörden haben das Unternehmen als "systemrelevant" eingestuft, weshalb die Bank einen extragroßen Kapitalpuffer für Notfälle anlegen musste. Eine Pleite hätte dramatische Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft. Betroffen wären nicht nur deutsche Sparer und Unternehmen. Auch internationale Konzerne finanzieren sich über die Bank, genauso andere Banken und Staaten. Von derart großen und vernetzten Instituten gibt es höchstens 30 auf der Welt.Weitere Bilder anzeigen
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20.02.2014 18:12Mit einer Bilanzsumme von 1,5 Billionen Euro ist die Deutsche Bank in Frankfurt am Main das größte - und mächtigste - Geldhaus...

Seit Monaten wird in der Frankfurter Konzernzentrale um den richtigen Kurs gerungen. Dabei soll ohne Tabus geprüft werden, auf welche Geschäfte sich Deutschlands größtes Geldhaus künftig konzentriert und was angesichts schwacher Gewinne sowie immer strengerer Regeln und Kapitalanforderungen nicht mehr gemacht wird. Einschnitte im Privatkundengeschäft gelten als wahrscheinlich, seit Monaten wird über die Zukunft der Tochter Postbank spekuliert.

Auf dem Tisch liegt dem Vernehmen nach ein Modell zur Aufspaltung der Deutschen Bank in eine Unternehmerbank und eine Privatkundenbank. Aber auch ein umfassendes Sparprogramm mit einem Verkauf der Postbank über die Börse gilt als aussichtsreiche Variante. (dpa)

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