Wirtschaft : Deutsche Bank: Rolf-E. Breuers neue Baustelle

Daniel Rhee-Piening

Kritiker werfen dem Deutsche Bank-Chef Rolf-E. Breuer Aktionismus vor. Da legt sein Haus erneut einen Rekordabschluss vor. Die Bank schließt nach eigener Einschätzung zu den ganz großen der Branche auf, und zugleich wird der Umbau in zwei Banken vorgenommen. Breuers Begründung für die Aufspaltung in einen Bereich Firmenkunden/Investmentbanking mit Josef Ackermann an der Spitze und den Privatkunden /Asset Management mit ihm selbst an der Spitze klingt wenig plausibel. Die Anleger haben am Donnerstag entsprechend enttäuscht reagiert; der Kurs der Aktie brach ein.

Was steckt wirklich hinter dem Umbau? Schafft sich Breuer ein Jahr vor seinem Ausscheiden einen Bereich, in dem er ungestört von seinem Nachfolger Ackermann schalten und walten kann? Womöglich hat Breuer auch einfach nur nochmals der Ehrgeiz gepackt. Nachdem er so erfolgreich im Investmentbanking war, will er sich jetzt das lange vernachlässigte Privatkundengeschäft vornehmen. Dieses drohte völlig aus dem Ruder zu laufen. Der schwierige Start der Deustche Bank 24, die Wirren anläßlich der geplanten Fusion mit der Dresdner Bank und schließlich die Gespräche mit der Allianz über einen gemeinsamen Vetrieb - die Kunden sahen es mit Mißfallen und reagierten mit Abwanderung. Der Bereich Privatkunden hat also durchaus eine besondere Aufmerksamkeit verdient, und Breuer wird eine Menge Vertrauen zurückgewinnen müssen. Vorschusslorbeeren darf er sich nicht hoffen. Auch der Name Rolf E. Breuer bürgt nicht in jeden Falle für Qualität. Die Deutsche Bank bleibt nocht eine ganze Weile eine große Baustelle.

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