Wirtschaft : Deutsche Bank übernimmt Senator Die Filmfirma soll bis Jahresende saniert sein

Fritz Niemann

Berlin - „Senator wird bis Ende des Jahres saniert sein“, sagte Rolf Rattunde, Insolvenzverwalter des Berliner Filmproduzenten und -verleihers, am Donnerstag in Berlin. Mit einer Entlassung des Unternehmens aus der Insolvenz sei im Dezember zu rechnen, so dass das Geschäft ab Januar normal weiterlaufen könne. Zuvor hatten die Gläubiger dem Insolvenz- und Sanierungsplan zugestimmt, womit sie auf 90 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Senator Entertainment AG hatte im April nach massiven Abschreibungen auf Lizenzen und Beteiligungen Insolvenz beantragt.

Als Investor und künftig größter Gesellschafter bei Senator werde die Deutsche Bank einsteigen, teilte Rattunde mit: „Die Deutsche Bank wird über Kapitalmaßnahmen Hauptaktionärin von Senator und mehr als 80 Prozent des Aktienkapitals halten.“ Es werde auch eine Kapitalerhöhung geben. Anfang November finde eine Hauptversammlung statt, die den Einstieg der Bank besiegeln solle. Wie Rattunde weiter sagte, werde Senator sich in Zukunft auf das Kerngeschäft konzentrieren: „Filmproduktion, Filmverleih und Rechtehandel“. Deshalb würden auch Beteiligungen wie die an der defizitären Kinokette Cinemaxx eingehend überprüft. Bereits sicher sei, dass Senator seine US-Tochter Senator International verkaufen werde. Zudem führe der Konzern bereits mit der X-Filme GmbH, an der Senator einen 51-Prozent-Anteil hält, Gespräche über eine Trennung.

Finanzvorstand Ingo Stein sagte, dass der Konzern dieses Jahr 50 Prozent weniger Umsatz als 2003 machen werde, als er 55 Millionen Euro betragen hatte. Ob alle 130 Mitarbeiter des Konzerns bleiben könnten, sei noch unklar. Nun starten die Planungen für eine Neuausrichtung. Vorstandschef Christopher Borgmann kündigte an, Senator werde sich an zwei Projekten beteiligen: „Merry Christmas“, einer europäischen Koproduktion mit Daniel Brühl und „Eingelocht“ von Peter Thorwarth.

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