Wirtschaft : Deutsche Bank übertrifft sich selbst

Rekordquartal mit einer Milliarde Euro Gewinn / Eigenkapitalrendite im Jahresverlauf bisher 28 statt der angepeilten 25 Prozent

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank liegt auf Rekordkurs und wird ihre Renditeziele 2005 vermutlich überbieten. Ohne den Gewinn aus dem Verkauf von Daimler-Aktien und ohne Restrukturierungskosten lag die Eigenkapitalrendite vor Steuern zwischen Juni und September bei 26 Prozent, in den ersten neun Monaten bei 28 Prozent. Als Zielgröße hat Vorstandssprecher Josef Ackermann mindestens 25 Prozent vorgegeben. Insgesamt erzielte die Bank in den ersten neun Monaten einen Gewinn nach Steuern von drei Milliarden Euro, im dritten Quartal war es eine Milliarde. Damit liegt die Bank um 34 und 46 Prozent besser als in den entsprechenden Vorjahreszeiträumen. Schon nach neun Monaten ist der Gewinn um eine halbe Milliarde höher als im gesamten Jahr 2004.

Ackermann drückte am Freitag seine Freude über die Zahlen aus und sieht sie als Beleg für die eingeschlagene Strategie: „Im dritten Quartal 2005 haben wir das beste Ergebnis erwirtschaftet, das die Bank je in einem dritten Quartal erzielen konnte.“ Dank der „hervorragenden“ Entwicklung sei man für das gesamte Jahr optimistisch und werde die positive Entwicklung auch 2006 fortführen. 2004 hatte die Deutsche Bank einen Nachsteuer-Gewinn von 2,5 Milliarden Euro erzielt.

Analysten zeigten sich mit dem Ergebnis der Bank mehr als zufrieden. Sie hatten für das dritte Quartal einen Nettogewinn von etwa 910 Millionen Euro erwartet, tatsächlich waren es 991 Millionen. Der Verkauf von Daimler-Aktien brachte einen Bruttogewinn von 337 Millionen Euro. Nach Steuern blieben 37 Millionen Euro. Die gute Lage an den Finanzmärkten bescherte der Bank in ihren Handelsgeschäften einen Gewinn von zwei Milliarden Euro, 60 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Wichtigste Sparte bleibt das Investmentbanking und das Geschäft mit Großkunden. Der Ertrag verdoppelte sich im dritten Quartal auf 1,3 Milliarden Euro, das waren rund 70 Prozent des gesamten Vorsteuergewinns. In der Vermögensverwaltung und im Privatkunden- und Filialgeschäft erzielte das Institut einen Überschuss von 410 Millionen Euro, rund 13 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Zahl der Mitarbeiter schrumpfte im Vergleich zu Ende September 2004 unterdessen weiter um rund 1700 auf weltweit 63750. In Deutschland beschäftigt die Bank noch 26750 Menschen, rund 350 weniger als vor Jahresfrist.

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