Wirtschaft : Deutsche Bank umwirbt Reiche

FRANKFURT (MAIN) (ro).Auch wenn es um die Verwaltung von Millionen-Vermögen geht, will die Deutsche Bank künftig weltweit zu den führenden Anbietern gehören."Das Private Banking soll neben dem Investment und Commercial-Banking zum dritten Standbein der Deutschen Bank werden", sagt Bernd von Maltzan, Aufsichtsratschef der zuständigen Tochter Deutsche Bank Trust.Nur zweieinhalb Jahre nach der Ausgründung des Bereiches laufen die Geschäfte hervorragend: Das von der Bank betreute Vermögen außerhalb Deutschlands hat sich seit 1996 auf rund 85 Mrd.DM nahezu verdoppelt, der Gewinn hat sich auf rund 210 Mill.DM verdreifacht.Mit der Übernahme der US-Großbank Bankers Trust (BT) erhofft sich von Maltzan den Sprung unter die zehn größten privaten Vermögensverwalter der Welt.BT wird rund 70 Mrd.DM an Vermögen beisteuern, die Deutsche Bank wird dadurch in den USA, dem größten Markt für das Private Banking zur Nummer eins unter den Auslandsbanken.Insofern hält von Maltzan eine erneute Verdoppelung des verwalteten Vermögens in den nächsten Jahren und eine deutliche Steigerung des Gewinns für realistisch.

Und dies obgleich die Dynamik des Geschäftes vor allem in Asien und in Lateinamerika durch die dortigen Krisen 1998 deutlich abgeflaut ist.Andererseits gibt es in Europa und Amerikas immer mehr Reiche - das Private Banking zielt auf Vermögen ab etwa einer Mill.Dollar aufwärts - die im vergangenen Jahr die Einbußen aus Asien und Lateinamerika fast ausgeglichen haben.1997 verfügten in Europa nach Schätzungen des Bankers etwa 200 000 und 300 000 Personen über ein gewaltiges Vermögen von 5,5 Billionen Dollar.Die Deutsche Bank will mit ihrer vergleichsweise kleinen Private Banking-Sparte - weltweit sind in 34 Ländern etwa 1000 Mitarbeiter beschäftigt - einen dicken Batzen dieser Reichen für sich gewinnen.In Europa wird das Netz der Außenstellen 1999 durch Zukäufe, Übernahmen und Allianzen noch enger geknüpft, unter anderem werden in Monte Carlo und in der Türkei neue Ableger eröffnet.Vermögen ab 50 Mill.DM aufwärts soll die neue Tochter Family Office anziehen.

Entscheidend für die weitere Entwicklung der Private Banking-Sparte ist nach Ansicht von Maltzan der Zusammenschluß mit BT."Mit BT erreichen wir die kritische Masse, werden zur größten Auslandsbank im Private Banking in den USA und verdoppeln unsere Position in Südamerika", so von Maltzan.

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