Wirtschaft : Deutsche Bank und L. A. beenden Streit Institut haftet nicht für Zwangsräumungen

Los Angeles/Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank kommt ohne Blessuren aus einem viel beachteten Rechtsstreit in den USA heraus. Die Stadt Los Angeles hatte der größten deutschen Bank vorgeworfen, sie hätte gepfändete Häuser säumiger Schuldner verwahrlosen lassen und damit zum Niedergang ganzer Wohnviertel beigetragen. Die Bank konnte sich mit ihrer Auffassung durchsetzen, sie sei der falsche Adressat für die Vorwürfe.

Stattdessen zahlen die für die Häuser zuständigen Verwalter und Investoren insgesamt zehn Millionen Dollar (knapp 7,7 Millionen Euro) an die Stadt. „Die Deutsche Bank leistet keinen Beitrag zu der Ausgleichszahlung“, erklärte das Institut am Wochenende. Im Rahmen des geschlossenen Vergleichs übernehme die Bank auch „keinerlei Haftung und räumt keinerlei Fehler ihrerseits ein“.

Als die Klage vor zwei Jahren eingereicht wurde, stand die Deutsche Bank massiv in der Kritik. Die Gegenseite hatte das Geldhaus als „einen der größten Slumlords der Stadt Los Angeles“ bezeichnet. So werden in den USA die Besitzer abbruchreifer Häuser bezeichnet. Auch für einen Anstieg der Kriminalität in den betroffenen Vierteln wurde die Deutsche Bank mitverantwortlich gemacht. Der Finanzkonzern tritt in den USA als Treuhänder (Trustee) für institutionelle Investoren auf, die Kreditpakete aufgekauft haben. Die Deutsche Bank sorgt in dieser Rolle dafür, dass die einzelnen Investoren ihren Anteil an den laufenden Einnahmen erhalten. Um anstehende Zwangsvollstreckungen und die Verwaltung der Häuser kümmern sich dagegen die sogenannten Loan Servicer.

Die Deutsche Bank erklärte, die Parteien an einen Tisch gebracht zu haben. Der Vergleich müsse aber noch von einem Gericht abgesegnet werden. Dass sich die Beteiligten in dem seit zwei Jahren laufenden Rechtsstreit geeinigt haben, war vor einigen Tagen bekannt geworden. Unklar waren dagegen bis dato die Bedingungen. Nach der Finanzkrise waren zahlreiche Banken in den USA wegen Fehlern bei Zwangsvollstreckungen ins Visier der Behörden geraten. dpa

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