Wirtschaft : Deutsche Bank unterstützt Berggruen

Berlin - Die Deutsche Bank hat Unterstützung für eine Übernahme von Karstadt durch den Investor Nicolas Berggruen signalisiert. „Wir werden die Lösung Berggruen weiterhin konstruktiv unterstützen, denn sie erscheint uns derzeit als die sicherste für Karstadt“, sagte Vorstandsmitglied Jürgen Fitschen der Zeitung „Die Welt“. Berggruen hatte der Deutschen Bank vorgeworfen, sie unterstütze das Gegenangebot des italienischen Kaufhausbetreibers Maurizio Borletti.

Fitschen wies die Vorwürfe zurück. Berggruen sei offenbar nervös und versuche die Übernahme zu beschleunigen. „Nach den zahlreichen Gesprächen, die wir miteinander hatten, muss Herr Berggruen wissen, dass es anders ist, als er gesagt hat. Wir tun weiterhin alles für eine gute Zukunft von Karstadt“, betonte er. Die Immobilienfondstochter der Deutschen Bank, RREEF, gehört dem Konsortium Highstreet an, von dem Karstadt die meisten der 120 Warenhausimmobilien gemietet hat.

Berggruen braucht bis zum nächsten Donnerstag die Zustimmung von Highstreet und all dessen Gläubigern, um die seit mehr als einem Jahr insolvente Kette übernehmen zu können. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle appellierte an die Beteiligten, sich zu einigen. „Beide dürfen nicht die Nerven der Mitarbeiter weiter strapazieren, sondern müssen zu einem soliden Deal kommen“, mahnte der FDP-Politiker in der „Wirtschaftswoche“. Staatliche Hilfen lehnte er erneut ab. Deutsche-Bank-Vorstand Fitschen zeigte sich skeptisch, ob Berggruen die Kette mit 25 000 Arbeitsplätzen auf Dauer erhalten kann. „Das ist nicht einfach. Ich kann nur hoffen, dass er einen tragfähigen Geschäftsplan hat, damit eine dauerhafte Rettung von Karstadt gewährleistet wird“, sagte er. rtr

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