Wirtschaft : Deutsche Börse AG: Der Dienstleister am Finanzmarkt

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Mit einer Börse im traditionellen Sinn hat die Deutsche Börse AG schon lange nichts mehr zu tun. Börsenchef Werner Seifert hat das Unternehmen seit seinem Amtsantritt vor sieben Jahren konsequent zu einem Dienstleistungs- und Technologie-Unternehmen ausgebaut, das spezialisiert ist auf Finanzmärkte. Die Deutsche Börse AG steht als Holding an der Spitze der Gruppe, in deren Zentrum die Deutsche Börse System AG und die 1585 gegründete Frankfurter Wertpapierbörse stehen. Dazu zählt auch die Eurex, die größte Terminbörse der Welt, die die Deutsche Börse AG zusammen mit der Börse in Zürich betreibt.

Bis zum Börsengang lagen 81 Prozent der Aktien bei deutschen und ausländischen Banken, zu neun Prozent bei Maklern und zu zehn Prozent bei den Regionalbörsen. Jetzt kommen institutionelle Anleger, vor allem Fonds und Versicherungen aus dem In- und Ausland, und Privatanleger dazu. Mit dem Börsengang, der schon einmal im Frühjahr 2000 angepeilt war, dann aber wegen der letztlich gescheiterten Fusion mit der Londoner Börse zurückgestellt wurde, wird die Börse nach Ansicht von Vorstandschef Seifert ein "ganz normales" Unternehmen. "Vorbei die Zeit, in der sie als Symbol nationalen Wirtschaftsstolzes von allen Seiten manchen politischen Rat annehmen durfte oder musste." Vorbei sei auch die Zeit, in der vor allem Banken abwägen durften, ob sie der Wert der Börse interessiert oder ihr Einfluss, die die Finanzmärkte über die Börse in ihrem Sinne zu gestalten." Privatanleger standen zwar nicht im Mittelpunkt des Börsengangs. Aber immerhin sind sie jetzt mit 20 Prozent an diesem "normalen" Unternehmen beteiligt, das bei der Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen will. Ob sich das Investment in die Deutsche Börse lohnt, muss sich zeigen. Die Deutsche Börse nämlich muss auch ein Spagat versuchen: Für ihre Kunden - Banken, Makler und Anleger - soll sie bei immer niedrigeren Preisen immer bessere Dienstleistungen bieten. Und gleichzeitig soll sie ihren Aktionären immer höhere Gewinne bescheren.

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