Wirtschaft : Deutsche Börse AG: Die Gesellschaft plant Börsengang

Die Deutsche Börse erwägt nach dem Scheitern des Fusionsplans mit der London Stock Exchange (LSE) erneut den eigenen Börsengang. Eine Sprecherin der Deutsche Börse AG sagte am Dienstag in Frankfurt, ein solcher Schritt werde Mitte Dezember erneut vom Aufsichtsrat beraten.

Damit steht das Euroboard-Konzept der führenden deutschen Börse wieder auf der Tagesordnung, das die Deutsche Börse vor dem Hintergrund der Konsolidierungstendenzen der europäischen Börsen entwickelt hat. Das Konzept sieht eine Umbenennung der Deutsche Börse AG in "Euroboard" und den Verkauf der Gesellschaft an der Börse vor. Als Marktsegment wird das Frankfurter Wachstumssegment Neuer Markt angepeilt. Das Euroboard-Konzept war wegen des Fusionsplans mit der Londoner Börse zum größten Markt in Europa zunächst obsolet geworden. In börsennahen Kreisen hieß es jedoch bereits vor Wochen, die Deutsche Börse wolle ihre Stellung unter den europäischen Börsen stärken. In diesem Zusammenhang war auf das geplante erweiterte Handelsangebot für Privatanleger verwiesen worden.

Die Börsen in Europa werden unter anderem deshalb zu einer Konsolidierung getrieben, weil die als Haupteigentümer der Börsen agierenden großen Banken und Investmenthäuser darauf drängen, die Kosten für den Wertpapierhandel in Europa durch Zusammenschlüsse zu senken. Zum anderen üben elektronische Handelssysteme wie Tradepoint und die zahlreichen Online-Banken Druck auf die etablierten Präsenzbörsenplätze aus. Der Versuch der großen europäischen Börsen, eine länderübergreifende Handelsplattform zu entwickeln, kam bislang nicht voran.

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