Wirtschaft : Deutsche Börse: Für London kein höheres Gebot

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Frankfurt am Main Die Deutsche Börse sieht sich im Ringen um den Zuschlag für die Übernahme der Londoner Börse (LSE) gut im Rennen. Das sagte Vorstandschef Werner Seifert am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt. Er rechnet offenbar bis Ende März mit einer Entscheidung, bis dahin jedenfalls wolle die britische Wettbewerbsbehörde ihr Votum abgeben. Den bisher angebotenen Preis von 530 Pence pro LSE-Aktie – was einem Übernahmepreis von rund einer Milliarde Euro entsprechen würde – will Seifert nicht erhöhen. „Das ist ein guter Preis.“ Sollte die Deutsche Börse gegen den Konkurrenten, die in Paris ansässige Vierländerbörse Euronext, verlieren, wäre das kein Beinbruch. Die Deutsche Börse, so Seifert, sei so gut aufgestellt, dass sie in Asien und Amerika Alternativen habe.

Den Widerstand aus den eigenen Reihen gegen den möglichen Kauf der LSE betrachtet der Schweizer an der Spitze der Deutschen Börse ebenfalls gelassen. Am Dienstag war bekannt geworden, dass ein zweiter Hedge Fonds mehr als fünf Prozent der Aktien der Deutschen Börse hält und die Übernahme als „wertvernichtend“ ablehnt. Auch dieser Fonds fordert eine außerordentliche Hauptversammlung und damit die Abstimmung der Aktionäre über das Vorhaben.

2004 hat die Deutsche Börse das fünfte Rekordjahr in Folge verbucht, allerdings mit nur bescheidenen Wachstumsraten. Der Umsatz kletterte um zwei Prozent auf 1,45 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss um acht Prozent auf 266 Millionen Euro. Die Dividende steigt um fast 30 Prozent auf 70 Euro-Cent. ro

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