Wirtschaft : Deutsche Energiebörse soll noch in diesem Jahr starten

FRANKFURT/BERLIN (rtr).Mit konkreten Plänen für eine deutsche Energiebörse in Frankfurt und dem Eintritt eines neuen Stromhandelsunternehmen in den Energiemarkt schreitet die Liberalisierung des deutschen Energiehandels weiter voran.Die Deutsche Börse AG teilte am Montag in Frankfurt mit, sie wolle noch in diesem Jahr eine deutsche Energiebörse gründen.Das Projekt solle starten, sobald genügend Teilnehmer bereit seien.Alle großen deutschen und ausgewählte ausländische Energieversorger seien informiert worden.

Die Deutsche Börse AG werde die zu handelnden Geschäfte definieren und die notwendigen Handelssysteme zur Verfügung stellen.Mögliche Stromtermingeschäfte könnten sich zum Beispiel auf zu schaffende oder bestehende Indikatoren beziehen, teilte die Börse mit.Die neue Energiebörse werde einen wichtigen Beitrag zur weiteren Öffnung des liberalisierten deutschen Strommarktes leisten, erklärte die Deutsche Börse AG weiter.Sie erwartet, daß die an der Börse gehandelten Geschäfte zu sinkenden Strompreisen führen werden, von denen zunächst Unternehmen und später zunehmend private Verbraucher profitieren.Als Vorbilder für die neue Börse gelten die bereits bestehenden Energiebörsen in Skandinavien und den USA.Sie hatten in den vergangenen Monaten rasch wachsende Handelsvolumen verzeichnet.Träger der neuen Energiebörse sollen Unternehmen der Energiewirtschaft werden, der Standort sei noch offen.Neben Frankfurt planen auch Düsseldorf und Hannover eine Energiebörse.Das Konzept der Deutschen Börse AG sieht vor, daß sie zunächst die Trägerschaft übernimmt und auch für die anfallenden Kosten aufkommt.Außerdem soll die deutsche Energiebörse offen sein für Kooperationen mit anderen Energiebörsen wie der New Yorker Nymex.

In Berlin startete in dieser Wochen ein weiteres Stromhandels-Unternehmen.Seit Jahresbeginn bietet die überwiegend von kommunalen Gesellschaftern getragene KOM-Strom AG von Berlin aus im freien Wettbewerb bundesweit Strom an.Wie das Unternehmen am Montag weiter mitteilte, versteht man sich als rein kommunal orientierter Großhändler.Das Angebot richte sich nur an Stromverteiler.

Man strebe im Stromhandelsgeschäft eine "nennenswerte Position auf dem deutschen Markt" an.Gewähr biete unter anderem der Aktionärskreis, der überwiegend aus ost- und westdeutschen Stadtwerken bestehe.Das Gesellschaftskapital betrage 2,5 Millionen DM (1,28 Millionen Euro).Der Handel mit Strom im freien Wettbewerb ist seit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes im April 1998 möglich.Stromabnehmer können danach die Lieferanten frei wählen.In Berlin ist unter anderem bereits seit längerem der Energie-Broker Ampere AG tätig.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben