Wirtschaft : Deutsche Exportwirtschaft boomt

Höchstes Plus seit 1989 / BDI-Präsident Henkel fordert mehr Geschäfte mit Asien WIESBADEN (rtr/AP).Begünstigt durch die DM-Schwäche haben die deutschen Exporte im Juni so stark zugenommen wie seit 1989 nicht mehr.Der Wert der Ausfuhren stieg um 23,3 Prozent auf 77,3 Mrd.DM, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.Die Einfuhren nahmen im Vergleich zu Juni 1996 um 13,7 Prozent auf 63,9 Mrd.DM zu, so daß sich der Überschuß in der Handelsbilanz auf 13,4 Mrd.DM mehr als verdoppelte.Mit einem Zuwachs um 11,1 Prozent im ersten Halbjahr steuert die Exportwirtschaft 1997 mit erhöhtem Tempo einen weiteren Ausfuhrrekord an. Die deutschen Unternehmen verkauften in den ersten sechs Monaten Waren im Wert von 424 Mrd.DM ins Ausland, wie die Statistiker auf der Grundlage vorläufiger Zahlen weiter mitteilten.Dem standen Einfuhren von 366 Mrd.DM gegenüber, eine Zunahme von 7,9 Prozent im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 1996.Der Bilanzüberschuß im grenzüberschreitenden Warenverkehr erhöhte sich damit um über ein Drittel auf 58 Mrd.DM.Nach Einschätzung der Statistiker dürfte der Außenhandelsüberschuß in diesem Jahr erstmals seit der Wiedervereinigung 1990 wieder über die Marke von 100 Mrd.DM steigen.1996 hatte das Plus in der Handelsbilanz 97,6 Mrd.DM betragen.Die Ausfuhren hatten mit 784,3 Mrd.DM Rekordhöhe erreicht. Durch den hohen Handelsüberschuß wies auch die Leistungsbilanz, in der neben dem Warenverkehr auch Dienstleistungen und Überweisungen einfließen, im Juni ein Plus von 4,0 Mrd.DM auf.Vor Jahresfrist war hier noch ein Fehlbetrag von 800 Mill.DM verzeichnet worden.Im Halbjahresvergleich verringerte sich das Minus um 1,5 Mrd.auf 4,8 Mrd.DM. Ungeachtet der Überschüsse warnte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, daß Deutschland sowohl beim Export von High-Tech-Produkten als auch auf den schnell wachsenden Märkten Asiens und Lateinamerikas Defizite habe.Besonders ungenutzt seien die Chancen in Japan.Japan als zweitgrößter Binnenmarkt der Welt sei nur der zehntgrößte Kunde der deutschen Exportunternehmen."Wenn die Strukturen nicht geändert werden, werden wir weiter Marktanteile verlieren", unterstrich Henkel.Dann werde die hohe Exportabhängigkeit der Bundesrepublik zur Gefahr.

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