Wirtschaft : Deutsche Finanzinstitute lehnen Vodafone-Offerte ab

ina/and/kv

Die deutschen Investmentgesellschaften Union Investment und Frankfurt-Trust lehnen eine Annahme des Vodafone-Übernahmeangebots für Mannesmann ab. Andere Fondsfirmen warten mit ihrer Entscheidung über einen Verkauf noch ab. Vodafone-Chef Chris Gent wirbt in diesen Tagen in Frankfurt bei Investoren für sein Angebot. Vertreter der ablehnenden Häuser argumentieren, bei einer reinen Aktienofferte müssten 270 bis 280 Euro je Aktie geboten werden. Nur so würde ein Risikopuffer für die zu erwartenden Kursrückgänge einer Vodafone / Mannesmann-Aktie geschaffen. Lediglich bei einer - eher unwahrscheinlichen - Bargeldofferte wären 220 bis 240 Euro je Mannesmann-Aktie ausreichend.

Indessen hat Vodafone bereits die ersten Mannesmann-Anteile in der Tasche. Wie das Unternehmen dem Handelsblatt bestätigte, kaufen die Vodafone-Beraterbanken seit Tagen Aktien des Düsseldorfer Konzerns auf. Man besitze bereits "gut ein Prozent" der Mannesmann-Aktien, erklärte ein Vodafone-Sprecher. Der britische Mobilfunkanbieter ist damit erstmals direkt am Mannesmann-Konzern beteiligt. Analysten gehen davon aus, dass der Anteil in den kommenden Wochen zunehmen wird. Denn der Handel werde momentan durch viele spekulative Käufe angeheizt. Der Kurs der Vodafone-Aktie bewegte sich gestern wenig, Mannesmann-Papiere gaben um 3,6 Prozent auf 186,20 Euro nach.

Am Montagabend konnte Mannesmann nach Auslaufen des Übernahmeangebots den Erwerb einer deutlichen Mehrheit am britischen Mobilfunkunternehmen Orange registrieren. Zugleich kündigte der Konzern Einzelheiten zur Aufspaltung des Unternehmens in Telekommunikation und Automotive / Engineering an. Die "separate Finanzierung" der beiden Einheiten, die bisher ab dem Jahr 2001 vorgesehen war, soll bereits möglichst früh im kommenden Jahr verwirklicht werden. Auch die getrennten Börsennotierungen sollen vorgezogen werden.

In den ersten drei Quartalen ist das Mannesmann-Ergebnis weiter deutlich gestiegen. An der Börse rechnete man damit, dass sich der Ergebnisanstieg bei D2 (Mobilfunk), der im ersten Halbjahr 43 Prozent erreichte, fortgesetzt hat.

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