Wirtschaft : Deutsche Firmen produzieren weniger

BONN / DÜSSELDORF (ari/rtr/HB).Die Konjunktur in Deutschland schwächt sich ab.Die Industrie produzierte im Februar 3,4 Prozent weniger als im Vormonat, teilte das Bundesfinanzministerium am Montag in Bonn mit.Im Januar war die Produktion noch um 2,9 Prozent gestiegen.Im Januar und Februar zusammen stellten die Industriebetriebe 0,4 Prozent weniger her als im Vorjahreszeitraum.Fachleute werteten die jüngsten Zahlen als Beleg dafür, daß die deutsche Wirtschaft im EU-Vergleich unterdurchschnittlich zulegt.

In Westdeutschland sei die Industrieproduktion im Februar um 3,1 Prozent gesunken, während sie im Januar um 2,1 Prozent zugelegt habe, erklärte das Ministerium weiter.In Ostdeutschland schwankten die Werte noch stärker.Hier stand einem Rückgang um 6,7 Prozent im Februar eine Zunahme um 10,1 Prozent im Januar gegenüber.Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich nahm die Produktion gegenüber November/Dezember nach Angaben des Ministeriums zwar um eineinhalb Prozent zu.Dazu habe aber vor allem der Zuwachs im Bauhauptgewerbe um fünf Prozent und das Plus im Bergbau um drei Prozent wegen des ungewöhlich milden Wetters im Januar beigetragen.

Im Vorjahresvergleich sank die Industrieproduktion hingegen um 0,4 Prozent.Dabei wiederum verzeichneten Bau und Bergbau die höchsten Rückgänge mit 2,6 beziehungsweise 2,8 Prozent.Ihre Produktion in größerem Umfang steigern konnten lediglich die Hersteller von Gebrauchsgütern wie Autos sowie die Hersteller von Verbrauchsgütern wie Nahrungsmittel, und zwar um 2,0 beziehungsweise 2,1 Prozent.

Aufgrund einer statistischen Umstellung gab das Ministerium die Werte für Januar und Februar gleichzeitig bekannt.Es wies zudem darauf hin, daß wegen der geänderten Statistik die Daten für eine Übergangszeit, etwa bis zur Jahresmitte, mit einer "etwas erhöhten Unsicherheit" behaftet seien.

Volkswirte sagten, die Daten für Januar und Februar glichen sich weitgehend aus.In der Summe deuteten sie daraufhin, daß die Industrieproduktion im ersten Quartal 1999 im Vergleich zu den letzten drei Monaten 1998 stagniere.Diese Zahlen paßten in das Bild, daß das Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Halbjahr schwach sein dürfte, auch im europäischen Vergleich.Die EU-Kommisson hatte Ende März die Prognose abgegeben, die deutsche Wirtschaft werde 1999 nur noch um 1,7 Prozent zulegen.Wirtschaftsminister Werner Müller hatte dies als zu pessimistisch bezeichnet, gleichwohl aber eingeräumt, daß sich die Prognose der Bundesregierung mit einer Wachstumsrate von zwei Prozent wohl nicht erfüllen wird.1998 hatte die deutsche Wirtschaft um 2,8 Prozent zugelegt.

Die deutschen Baufirmen erwarten für die nächste Zeit eine stagnierende Geschäftsentwicklung.Während sich bei der Baunachfrage in einigen Bereichen eine leichte Belebung abzeichne, sei die Bautätigkeit noch nicht nennenswert gestiegen, erklärte der Zentralverband des Deutschen Hauptgewerbes (ZDB).Der Beschäftigtenstand sei überwiegend gehalten worden.Vor allem die Hochbaubetriebe sahen nach der ZDB-Umfrage ihre aktuelle Geschäftslage im März etwas positiver als im Vormonat.Die Aufträge reichten derzeit für 1,5 Monate im ostdeutschen Tiefbau bis 2,3 Monate im westdeutschen Hochbau.Der Auslastungsgrad der Maschinen und Geräte liege im Westen bei knapp 60 Prozent, die ostdeutschen Unternehmen konnten ihre Ausrüstungen nur zur Hälfte auslasten.

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