Wirtschaft : Deutsche, französische und Schweizer Börse schmieden eine Euro-Allianz

Direkter Zugang zum elektronischen Markt / Rätsel um Besetzung neuer Euro-Aktienindizes FRANKFURT (MAIN) (Tsp/rtr/dpa).Die Deutsche Börse AG, die Schweizer Börse und deren gemeinsame Tochter Eurex haben mit den französischen Börsen SBF, Matif und Monep nach Angaben der Deutschen Börse AG eine Absichtserklärung über die Gründung einer Euro-Allianz unterzeichnet.Diese Erklärung sei die Grundlage eines Vertrages, den die Partner in den nächsten Wochen unterschreiben wollten, teilte die Deutsche Börse AG am Dienstag in Frankfurt mit.Durch die Euro-Allianz solle der deutsch-schweizerische Terminmarkt Eurex mit den französischen Derivatebörsen Matif und Monep zusammengeführt werden.Den Teilnehmern dieser Börsen solle bis spätestens Januar 2002 mit einer gemeinsamen Plattform ein dezentraler, gleichberechtigter und standardisierter Marktzugang geboten werden, so die Deutsche Börse AG.Hierzu werde ein Handels- und Clearingsystem sowie ein internationales Netzwerk aufgebaut.Die Allianz soll später auf die Kassamärkte ausgedehnt werden. Die Allianzpartner wollen noch in diesem Jahr gemeinsam Euro-Produkte entwickeln.Neue Zins- und Indexprodukte werden ausschließlich elektronisch gehandelt und zwar parallel auf Eurex und der neuen französischen Plattform NSC-VF, die Matif und Monep nutzen werden.Zudem werde den Teilnehmern der beteiligten Börsen durch eine gegenseitige Mitgliedschaft ein direkter Zugang zu den elektronischen Märkten der jeweils anderen Börsen eröffnet, hieß es in der Erklärung.In einer zweiten Phase sollen bis Mitte 1999 die beiden Clearingsysteme verbunden werden.In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten die Partner ihr Ziel, die führende europäische Terminbörse für Zins- und Aktienprodukte zu werden. Als erstes Ergebnis der Euro-Allianz wurde am Dienstag abend auch mit Spannung die Entscheidung der Börsen Frankfurt, Paris und Zürich über die neuen Euro-Aktienindizes erwartet - vor allem welche deutschen Titel in den Index der 50 Top-Aktien für Europa aufgenommen werden.Das Gros der Frankfurter Analysten hat sich auf einen Kreis von zehn Dax-Werten aus unterschiedlichen Branchen festgelegt.Demnach dürften im künftig wichtigsten europäischen Kursbarometer Allianz, Bayer, Daimler-Benz, Deutsche Bank, Metro, RWE, Siemens, Telekom, Thyssen und Veba vertreten sein.Aus dem Namen der neuen europäischen Indexfamilie machen die Kooperationspartner noch ein Geheimnis.Er soll am 26.Februar in Paris bekanntgeben werden.

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