Wirtschaft : Deutsche Hersteller geben sich anlässlich der Schau optimistisch

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Die deutschen Autobauer wollen durchstarten: Auf dem Genfer Automobilsalon präsentieren sich DaimlerChrysler, Volkswagen, BMW & Co betont optimistisch und angriffslustig. "Jeder will sich in Genf von seiner besten Seite zeigen", sagte ein deutscher Manager am Rande des Salons. So kündigte Jürgen Schrempp, der Vorstandsvorsitzende des deutsch-amerikanischen Giganten DaimlerChrysler an, dass in den nächsten fünf Jahren 60 neue Modelle aus seinem Haus an den Start gehen. An der Spitze der Offensive rollt nach Vorstellungen der Stuttgarter das Edelgefährt Mercedes-Benz Maybach. Den Stadt-Flitzer Smart will Daimler europaweit bei rund 280 Händlern statt wie bisher nur 120 anbieten. Ziel der Smart-Macher ist es, in diesem Jahr mehr als 96 000 Exemplare des Zweisitzers zu verkaufen.

Auch Daimler-Rivale BMW wartet mit Steigerungen auf. Um rund acht Prozent hat der BMW-Konzern seine Auslieferungen in den ersten beiden Monaten 2000 nach oben geschraubt. Insgesamt handelt es sich um fast 170 000 Pkw der Marken BMW, Rover, Land Rover und Mini. Allein bei BMW kletterte der Absatz um elf Prozent auf 110 000 Einheiten, wie der Chef des Unternehmens, Joachim Milberg, sagte. Die Münchener gehen von weiteren Erfolgsmeldungen im laufenden Jahr aus - auch bei der angeschlagenen britischen Tochter Rover. Im Januar und Februar lieferte das Sorgenkind von der Insel zwei Prozent mehr Autos aus als in der gleichen Periode des Vorjahres. Von der Gewinnzone ist Rover nach Meinung von Analysten jedoch noch Jahre entfernt - wenn BMW überhaupt den langen Atem hat.

Der andere bayerische Hersteller, die VW-Tochter Audi, blickt zuversichtlich nach vorn. Die Monate Januar und Februar haben Absatzzuwächse von weltweit elf Prozent gebracht. Die Ingolstädter lieferten mehr als 90 000 Fahrzeuge aus. Franz-Josef Paefgen, der Audi-Vorstandsvorsitzende, begründete seinen Optimismus mit der Abrundung der Modellpalette: "Davon erhoffen wir uns wichtige Impulse vom neuen A2, dem ersten Aluminium-Großserienauto der Welt, und unserem neuen Allrad Quattro." Besonders wichtig bleibe die Entwicklung der europäischen Märkte, nachdem die Unfallserie des Audi TT das Image der "Vorsprung-durch-Technik-Marke" angeschlagen hatte. Wieder auf Erfolgskurs sieht sich General Motors Europe (GME), Zürich. In allen Quartalen 1999 schrieb die Gruppe, zu der auch die Adam Opel AG gehört, schwarze Zahlen. Von den fast zwei Millionen hergestellten Wagen entfallen mehr als 1,85 Millionen auf Opel und das britische Pendant Vauxhall. Der Astra ist nach GME-Angaben mit 753 000 Wagen das meistverkaufte Modell in den europäischen Märkten. Bei Opel/Vauxhall soll mit fünf Neuentwicklungen dem Wettbewerbsdruck getrotzt werden.

Ford will seinen Marktanteil in Deutschland in diesem Jahr stabilisieren und die negative Entwicklung der letzten Zeit stoppen. Den Schwerpunkt bilde auf der Modellseite dabei die Focus-Familie, aber auch der neue Ford Galaxy, sagte Bernhard Mattes, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kölner Ford Werke AG. Das neue Modell der Großraumlimousine Galaxy erlebt in Genf seine Weltpremiere. Fords Marktanteil in Deutschland war laut Mattes im Jahr 1999 von 9,6 auf 8,3 Prozent zurückgegangen. Dies sei absolut nicht befriedigend und keine Basis für gute wirtschaftliche Ergebnisse. Man wolle aber kein Wachstum um jeden Preis. "Eine überzogene Produktförderung mit Preiszugeständnissen machen wir nicht mit", sagte er. Zur Geschäftsausweitung soll auch das Nachfolgemodell des Mondeo im nächsten Jahr beitragen.

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