Wirtschaft : Deutsche Hersteller in voller Fahrt auf den US-Markt

DETROIT (rtr).Die deutschen Autohersteller wollen in den USA nach zum Teil deutlichen Absatzzuwächsen im Jahr 1998 ihre Verkäufe auch in diesem Jahr weiter steigern und damit dem erwarteten Branchentrend trotzen.Volkswagen etwa teilte auf der Autoschau in Detroit mit, die Zahl der Verkäufe der Marke VW in den USA solle 1999 um rund 40 000 Autos auf mehr als 260 000 Fahrzeuge gesteigert werden.Zulegen wollen auch DaimlerChrysler mit Pkw der Marke Mercedes-Benz und der BMW-Konzern.VW erklärte in Detroit, der Absatz bei der Marke VW in den USA sei im gerade abgelaufenen Jahr um rund 80 000 auf 218 000 Fahrzeuge gestiegen.DaimlerChrysler erreichte einen Verkaufsrekord für Mercedes-Pkw mit 171 750 verkauften Autos.Dies war ein Zuwachs gegenüber 1996 von 39 Prozent.Auch in diesem Jahr solle der Absatz weiter deutlich zulegen, wobei ein Zuwachs wie im Jahr 1998 aber nicht mehr erreichbar sei, teilte das Unternehmen mit.Der BMW-Konzern steigerte 1998 seine US-Verkäufe um gut sieben Prozent auf 131 559 Fahrzeuge.Auch die Münchener Autobauer wollen 1999 weiter zulegen, nannten aber keine genauen Zahlen.

Hauptgrund für die Zuwächse waren sowohl bei VW als auch bei DaimlerChrysler neue Fahrzeugmodelle.So erklärte VW-Vorstandsmitglied Jens Neumann, von dem Käfer-Nachfolger New Beetle seien im ersten Jahr auf dem nordamerikanischen Markt rund 64 000 Stück verkauft worden, davon fast 55 000 in den USA.1999 will VW den Beetle-Absatz in ganz Nordamerika auf 80 000 Stück steigern.Zudem sei kürzlich die neue Jetta-Version auf den amerikanischen Markt gekommen.Die neuen Generationen des Golf sollen bald folgen.

Die VW-Tochter Audi verkaufte nach VW-Angaben 1998 in den USA rund 46 000 Fahrzeuge, gut 12 000 mehr als im Jahr zuvor.Der Vizepräsident von Audi Amerika, Len Hunt, sagte am Dienstag in Detroit, dies sei die beste Verkaufszahl seit zwölf Jahren.In Kanada habe der Absatz um knapp 40 Prozent auf etwa 3600 Pkw zugenommen.Damit sei Nordamerika 1998 erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder der wichtigste Exportmarkt von Audi gewesen.Für 1999 sagte Hunt einen erneuten Verkaufszuwachs in den USA um mindestens 20 Prozent voraus.Am Dienstag stellte Audi in Detroit seinen Sportwagen Audi TT dem US-Publikum vor.Der Wagen soll im Frühjahr in Nordamerika auf den Markt kommen.

DaimlerChrysler profitierte 1998 in den USA unter anderem von dem Verkauf des Geländewagens M-Klasse, der in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama vom Band rollt.Im ersten vollen Produktionsjahr der M-Klasse, die 1997 eingeführt worden war, hatte das Unternehmen nach früheren Angaben rund 69 000 Autos gebaut, sechs Prozent mehr als geplant.Ein großer Teil der M-Klassen-Produktion wird in Nordamerika verkauft.Im Frühjahr führt DaimlerChrysler zudem die neue Generation des Mercedes-Topmodells S-Klasse in Nordamerika ein.Das Unternehmen erwartet, daß es jährlich 20 000 bis 25 000 Fahrzeuge dieser Klasse in der Region absetzen kann.Der Sportwagenhersteller Porsche hatte bereits im September von "ausgesprochen boomhaften Zügen" der Nachfrage nach seinen Produkten in Nordamerika gesprochen.Im Geschäftsjahr 1998/99 (zum 31.Juli) will Porsche rund die Hälfte seiner Produktion in Nordamerika verkaufen.Dies würde einen Absatz von etwa 20 000 Fahrzeugen bedeuten.1997/98 hatte Porsche bei einem Gesamtabsatz von 36 686 Sportwagen 16 190 Autos in Nordamerika verkauft.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben