Wirtschaft : Deutsche Hersteller steigern Absatz nur im Ausland

Die deutschen Autohersteller sind mit einem Einbruch auf dem Inlandsmarkt in das Jahr 2000 gestartet. Im Januar wurden hier zu Lande 16 Prozent weniger Pkw bestellt als vor Jahresfrist. Dagegen legte der Auftragseingang aus dem Ausland um 17 Prozent zu. Dies berichtete der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag in Frankfurt. Das schwache Geschäft auf dem heimischen Markt erklärt der VDA unter anderem mit der drastischen Verteuerung von Benzin durch politische Entscheidungen der rot-grünen Bundsesregierung im Zusammenhang mit der Ökosteuer. Außerdem werde der Vergleich durch das außerordentlich hohe Bestellvolumen vor einem Jahr verzerrt.

Unter dem Strich lag der Ordereingang der deutschen Hersteller immerhin um drei Prozent über dem Niveau vom Januar 1999. Der Branchenverband VDA sieht daher keinen Anlass, schon zu Jahresbeginn die Prognose für das Autojahr 2000 zu revidieren. "Die Automobilkonjunktur wird im Gesamtjahr im Vergleich zu 1999 zwar etwas abkühlen, sich aber weiterhin auf hohem Niveau bewegen." Im Januar liefen 363 600 Pkw und Kombi in Deutschland von den Bändern. Das waren zehn Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Der Export schrumpfte um zwei Prozent auf 239 00 Einheiten. Dabei geht der VDA von schätzungsweise 235 000 Neuzulassungen im Januar 2000 aus. Das wären 14 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Allerdings seien die Produktions- und Absatzergebnisse mit den Vorjahreszahlen nur bedingt vergleichbar, merkt der Branchenverband an. "So wurden Anfang 1999 auf Grund des außergewöhnlich hohen Auftragsbestandes bei einigen deutschen Automobilherstellern Sonderschichten gefahren." Nachdem dieses Polster wieder auf Normalniveau geschrumpft sei, entfielen diese Sonderschichten. "Hinzu kommen die verhältnismäßig langen Werksferien (teilweise bis zum 11. Januar), die den Vorjahresvergleich ebenfalls verzerren."

Ähnlich differenziert wie im Pkw-Sektor verlief auch das Nutzfahrzeuggeschäft zu Jahresbeginn. Einem fünfprozentigen Auftragsminus im Inland standen kräftige Zuwächse bei den ausländischen Bestellungen gegenüber. "Im Bereich bis sechs Tonnen verbuchten die deutschen Anbieter einen Orderanstieg um acht Prozent, im Bereich über sechs Tonnen gingen sogar 32 Prozent mehr Bestellungen ein als vor Jahresfrist."

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