Wirtschaft : Deutsche Importeure sind von Kompromiß enttäuscht

HAMBURG (dpa).Bananen werden durch die neue EU-Verordnung für die Verbraucher nach Einschätzung der Fruchtimporteure keinen Pfennig billiger."Die deutschen Fruchtimporteure bekommen durch die Neuordnung keine Banane mehr und müssen keinen Ecu weniger Zoll zahlen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fruchthandelsunternehmen, Ulrich Boysen.Von daher gebe es keinen Anlaß zur Hoffnung, daß Bananen künftig günstiger werden.

Nach dem Kompromiß der EU-Landwirtschaftsminister dürfen von 1999 an 2,53 Mill.Tonnen Dollarbananen zu einem Zollsatz von 75 Ecu je Tonne eingeführt werden."Das ist im Prinzip das, was wir ohnehin jetzt schon als Einfuhrmenge und Zoll haben", sagte Boysen.Auch bisher habe es ein Einfuhrkontingent von 2,2 Mill.Tonnen gegeben, das durch eine Zusatzmenge von 353 000 Tonnen nach dem EU-Beitritt von Finnland, Schweden und Österreich aufgestockt wurde.Diese Kontingente wurden nun nur formell zusammengeschlossen, erläuterte Boysen.Der Zollsatz habe auch vorher 75 Ecu pro Tonne betragen.

Die "entscheidende" Frage über die Verteilung des Kontingents und das künftige Lizenzsystem, das auch im Zentrum der Kritik der Welthandelsorganisation WTO gestanden habe, sei dagegen noch nicht entschieden worden.Vielmehr werde dies "erst später" im Rahmen eines Verwaltungsausschußverfahrens der Kommission geregelt.Von der Ausgestaltung dieser Regelung hänge es aber ab, ob die deutschen Importeure künftig wieder mehr Bananen einführen dürfen."Seit der Einführung der EU-Bananenmarktverordnung Mitte 1993 haben die deutschen Importeure rund 50 Prozent ihrer Einfuhrmengen verloren", berichtete Boysen.Die Bananenpreise für die Verbraucher stiegen in diesem Zeitraum um 40 Prozent.Das Kilo Bananen koste derzeit im Handel im Durchschnitt 3,07 DM.

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