Wirtschaft : Deutsche Industrie bei Renditen abgeschlagen

KÖLN (rtr).Trotz relativ guter Gewinne in den letzten beiden Jahren schneiden deutsche Unternehmen nach einem internationalen Renditevergleich des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) schlechter ab als fast alle Konkurrenzländer.Bei den international tätigen deutschen Konzernen seien 1997 nur drei Prozent vom Umsatz als Reingewinn übriggeblieben, erklärte das Kölner IW am Dienstag.Unter 19 Industrieländern rangiere Deutschland damit auf Platz 16 vor Frankreich, Italien und Japan.Spitzenreiter waren 1997 irische Multis mit einer Nettoumsatzrendite von 10,5 Prozent, so das IW.Im Durchschnitt verbuchten die Industriekonzerne von 100 DM Umsatz 4,20 DM als Gewinn.

Nach ersten Berechnungen hätten deutsche Konzerne ihre Umsatzrenditen 1998 zwar auf 3,3 Prozent steigern können, erklärte das als argebeitgebernah geltende Institut weiter.Jedoch hätten die US-Multis mit einer Rendite von 5,8 Prozent deutlich besser verdient.Die Nettoumsatzrendite der britischen Konzerne dürfte 1998 um 0,5 Punkte auf 4,6 Prozent gesunken sein.Doch liege die britische Konkurrenz immer noch vor den deutschen Konzernen.Die japanischen Konzerne dürften 1998 von 100 Yen Umsatz 1998 noch 0,80 Yen als Reingewinn übrigbehalten haben.1997 habe deren Nettoumsatzrendite noch 1,5 Prozent betragen.

Im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 1997 ergibt die Bilanzanalyse des IW für deutsche Konzerne eine durchschnittliche Rendite von 1,6 Prozent.Spitzenreiter sind in diesem Vergleich griechische und irische Unternehmen mit Renditen von 6,8 beziehungsweise 6,7 Prozent.Renditen seien im internationalen Standortwettbewerb eine wichtige Richtgröße, erklärte das IW.Zudem hätte die zuletzt besseren Renditen der deutschen Wirtschaft auch konjunkturelle Effekte.So seien 1998 die Ausrüstungsinvestititionen um zehn Prozent gestiegen, und die Erwerbstätigenzahl habe leicht zugenommen.

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