Wirtschaft : Deutsche Industrie kauft billiger ein

FRANKFURT (MAIN) (rtr).Die Industrie in Deutschland kann beim Einkauf von Vorprodukten und Rohstoffen immer stärkere Preissenkungen durchsetzen.Bei einer Umfrage der Forschungsgruppe NTC erklärten im Juli 16,2 Prozent der rund 350 befragten Einkaufsleiter, vor allem wegen billigerer Importe seien ihre Einkaufspreise im Vergleich zum Vormonat gesunken.Nur 6,5 Prozent meldeten Preiserhöhungen.

Der von NTC berechnete Index der Einkaufspreise fiel auf das Jahrestief von 45,2 (Juni 49,0).Werte unter 50 bedeuten einen Preisrückgang gegenüber dem Vormonat.Die Einkaufsmanager machten vor allem die Finanz- und Wirtschaftskrise in Südostasien für den jetzt schon seit drei Monaten feststellbaren Preisverfall verantwortlich.

Volkswirte rechnen damit, daß diese Entwicklung weitergeht: "Ich erwarte einen weiteren Rückgang bei den Importpreisen aus zwei Gründen", sagte Günter Redeker von Chase Manhattan."Zum ersten fällt der Ölpreis, und zum zweiten fällt die Nachfrage nach Rohstoffen aus Asien aus."

In Deutschland verkrafte die Industrie die Wirtschaftskrise in Fernost insgesamt gut, sagten die Einkaufsmanager.Der den Konjunkturverlauf in diesem Bereich messende Reuters-Einkaufsmanager-Index Deutschland (EMI) fiel zwar im Juli saisonbedingt auf das bereits im Mai einmal erreichte Jahrestief von 55,5 (Juni 56,3) Punkten.Diese Zahl mache aber deutlich, daß die Industrie in Deutschland weiter wachse, so die NTC-Wirtschaftsforscher.

Im Juli meldeten 17,6 Prozent der befragten Einkaufmanager Produktionssteigerungen ihrer Unternehmen.Nur bei 7,5 Prozent sank der Ausstoß.

Besonders kräftig war der Anstieg nach Angaben der Analysten bei Konsumgüter-Herstellern und allgemein im alten Bundesgebiet.Zwar seien im Exportgeschäft einige Aufträge weggebrochen, dafür habe die Inlandsnachfrage angezogen.

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