Wirtschaft : Deutsche investieren kräftig im Ausland

BONN (AFP).Deutsche Unternehmen haben ihre Investitionen im Ausland 1997 gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Fünftel gesteigert.Insgesamt belief sich das Auslandsengagement deutscher Firmen damit auf über 51 Mrd.DM, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Bonn mitteilte.Das sind 21 Prozent mehr als 1996.Damit hätten die Unternehmen auch 1997 das "weltwirtschaftlich günstige Umfeld genutzt, um ihre Stellung auf den Weltmärkten auszubauen und ihre Marktpotentiale zu erhöhen", hieß es weiter in einer Stellungnahme des Ministeriums.

Mit dem Anstieg der Investitionen stieg auch die Nachfrage nach Bundesdeckungen für Auslandsinvestitionen gegen politische Risiken in Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas sowie in den Reformstaaten in Mittel- und Osteuropa.Insgesamt übernahm der Bund 1997 neue Garantien in der Rekordhöhe von 6,5 Mrd.DM, das sind 1,8 Mrd.DM oder 38,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der deutliche Anstieg der Kapitalanlagegarantien ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums vor allem auf einige Großprojekte im Banken-, Produktionsgüter- und Energiesektor zurückzuführen.Während die meisten Investitionsabsicherungen auch 1997 mit einem unveränderten Anteil von 45 Prozent für das Engagement deutscher Firmen in Mittel- und Osteuropa vergeben wurden, fiel der Anteil Asiens aufgrund der dortigen Wirtschaftskrise rapide.Gingen 1996 noch 43 Prozent aller Garantien an Projekte im asiatischen Raum, machte der Anteil dieser Region im vergangenen Jahr nur noch 15 Prozent aus.Dies spiegelt auch den Rückgang der deutschen Investitionen in Asien insgesamt wider.Sie sanken von 5,2 Mrd.DM in 1996 auf nur noch drei Mrd.DM im vergangenen Jahr.

Demgegenüber stieg das Engagement deutscher Firmen in Lateinamerika deutlich an.Auf Projekte in Süd- und Mittelamerika entfallen mittlerweile 22 Prozent der Bundesgarantien.Dagegen wurden für Afrika nur 18 Prozent der Gesamtgarantien vergeben.Diese entfielen zudem im wesentlichen auf zwei größere Projekte in Südafrika und Marokko.

Unter den begünstigten Ländern nahm 1997 Rußland mit 1,6 Mrd.DM die Spitzenposition vor Brasilien mit 1,2 Mrd.DM und China mit 0,7 Mrd.DM ein.Durch die Garantien können Beteiligungen deutscher Firmen an ausländischen Unternehmen gesichert werden.Die Garantie deckt Risiken wie Enteignungen und sonstige staatliche Eingriffe ebenso ab wie den Bruch von Zusagen, Zahlungsverbote oder Transferbeschränkungen.Voraussetzung ist aber, daß zwischen der Bundesrepublik und dem Anlageland ein Investitionsschutzvertrag besteht.Solche Verträge gibt es inzwischen mit mehr als 120 Ländern.

Die Kapitalanlagegarantien gäben Investoren und Projektbetreibern "Schutz vor unkalkulierbaren politischen Risiken", betonte Wirtschaftsminister Günter Rexrodt in einer Stellungnahme zu den jüngsten Statistiken.Dies sei besonders für mittelständische Firmen wichtig und sichere auch Arbeitsplätze in Deutschland.

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