Wirtschaft : Deutsche kommen langsam in der dritten Wirtschaftsform an - Tendenz steigt weiter

Zwei von drei Erwerbstätigen in Deutschland sind im Dienstleistungssektor beschäftigt. 1999 waren 66,4 Prozent aller Berufstätigen bei Handel, Verkehr, Staat, privaten Organisationen oder Dienstleistungsunternehmen tätig. Sie erwirtschafteten 68,5 Prozent der Bruttowertschöpfung im Lande. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mit. 1950 waren im alten Bundesgebiet nur 32,5 Prozent in diesem Sektor beschäftigt. "Die Zahlen belegen die These des Ökonomen Jean Fourastie", sagte Bundesamtssprecher Stefan Hauf. Der Franzose hatte vor 50 Jahren vorhergesagt, dass immer weniger Menschen im der Landwirtschaft und dem produzierenden Gewerbe arbeiten werden. 1950 waren 24,6 Prozent der Erwerbstätigen selbstständig in der Land- und Forstwirtschaft und trugen 10,7 Prozent zur Wertschöpfung bei. 1999 waren es nur noch 2,7 Prozent, die 1,2 Prozent beitrugen. Ähnlich verlief die Entwicklung in der Industrie: 42,9 Prozent der Erwerbstätigen waren 1950 mit der Herstellung von Waren beschäftigt, sie leisteten 49,7 Prozent der Bruttowertschöpfung. 1999 lag ihr Anteil bei 30,8 Prozent, sie erwirtschafteten 30,3 Prozent der Wertschöpfung. Die steigende Erwerbstätigkeit im Dienstleistungsbereich habe den Rückgang der Beschäftigung in den übrigen Sektoren nur zum Teil kompensieren können, sagte Hauf.

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